Erstellt am 21. August 2015, 06:57

von Helga Ostermayer

Bad Sauerbrunner in Ägypten im Hungerstreik. Hannes Führinger ist in eine kleine Zelle mit 40 Personen eingepfercht, Das Gefängnis-Personal schlägt mit Knüppeln auf die Insassen ein.

Inhaftiert. Hannes Führinger sitzt seit 2011 in einem ägyptischen Gefängnis. Jetzt trat er in den Hungerstreik.  |  NOEN, privat

Hannes Führinger sitzt seit 2011 in einem ägyptischen Gefängnis seine siebenjährige Haftstrafe ab – die BVZ berichtete mehrmals darüber:



Nun trat Hannes Führinger aus purer Verzweiflung in den Hungerstreik. „Die Lage im ägyptischen Gefängnis eskaliert derzeit – so schlimm war es noch nie. Er sitzt in einer kleinen Zelle gemeinsam mit 40 Personen, die mit zwölf Personen schon überbelegt ist“, lässt die Mutter wissen.

„Bei 45 Grad gibt es kein Wasser und Verpflegungsvorräte, die ihm der Botschafter vorbei gebracht hat, wurden vom Wachpersonal mutwillig zerstört. Es kommt auch immer wieder zu körperlichen Übergriffen, bei denen das Personal mit Knüppeln auf die Insassen einschlägt. Es ist unvorstellbar, in welcher Sorge ich bin“, so die verzweifelte Mutter.

Auch Demo steht im Raum: „Ich gebe nicht auf“

Seine Mutter versucht alles, um den Sohn frei zu bekommen. Marlies Führinger wollte das Außenministerium dazu bewegen, ihren Sohn gegen einen in Österreich inhaftierten Ägypter auszutauschen. „Die österreichischen Behörden haben dies abgelehnt, da die Haftbedingungen in ägyptischen Gefängnissen wesentlich schlechter als in Österreich sind“, schildert Führinger.

Die BVZ stellte diesbezüglich eine Anfrage an die Pressestelle des Außenministeriums, bis Redaktionsschluss langte aber keine Antwort ein. Führinger wollte bereits eine Auslieferung ihres Sohnes nach Österreich bewirken. „Das war aber nicht möglich, weil im Grunde nach österreichischem Recht kein Strafbestand gegen ihn vorliegt“, sagt sie.

Marlies Führinger tut alles, um die Öffentlichkeit auf die untragbaren Zustände im Gefängnis, deren ihr Sohn ausgesetzt ist, hinzuweisen. „Ich habe schon einen Brief an das Außenministerium geschrieben, und hatte schon persönliche Gespräche dort – alles vergebens“, klagt sie. „Ich gebe nicht auf, möglicherweise organisiere ich auch eine Demonstration vor dem Außenministerium in Wien“, so die Bad Sauerbrunnerin.

Zur Vorgeschichte: Im November 2011 wurde Hannes Führinger (33) am Flughafen von Kairo mit Gewehren und Munition, für die er Papiere hatte, festgenommen und ins Gefängnis verfrachtet. In einem Prozess fasste er wegen Waffenschmuggels sieben Jahre Haft aus. Der Bad Sauerbrunner hatte vor, ein unter italienischer Flagge fahrendes Frachtschiff als Sicherheitsmann zu begleiten.