Erstellt am 30. Oktober 2013, 14:08

Bad Sauerbrunner seit zwei Jahren in ägyptischem Gefängnis. Am Samstag jährt sich zum zweiten Mal die Festnahme des mittlerweile 33-jährigen Hannes Führinger aus Bad Sauerbrunn (Bezirk Mattersburg) am Flughafen in Kairo.

Inhaftiert. Hannes Führinger (33) sitzt seit November 2011 in Ägyptenim Gefängnis. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände haben seine Lage noch verschlimmert. Foto: Privat  |  NOEN, privat
Der Bad Sauerbrunner, der mit vier deklarierten Gewehren und 200 Schuss Munition im Gepäck nach Ägypten reiste, um dort einen Schiffstransport zu bewachen, wurde wegen Waffenschmuggels verurteilt. Im heurigen März folgte nach 17 Monaten Untersuchungshaft das Urteil: Sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe.

Anlässlich des für sie "traurigen Jahrestages" sprach die Ehefrau des Inhaftierten über die "schlimmste Zeit unseres Lebens."

Verschobene Prozesstermine, wechselnde Anwälte

Führinger habe vor mehr als zwei Jahren beschlossen, sich im Sicherheitswesen selbstständig zu machen. Die bewaffnete Bewachung des Schiffstransports hätte sein erster großer Auftrag werden sollen, erinnert sich Lisa Führinger. An der Gepäckausgabe endete die Reise für den Bad Sauerbrunner. Was folgte, sei sowohl für ihren Ehemann als auch die Familie ein "Martyrium" gewesen.

Prozesstermine wurden verschoben, Anwälte gingen und kamen, das Geld wurde knapper und der gesundheitliche Zustand des 33-Jährigen aus dem Bezirk Mattersburg immer schlechter, blickt die Ehefrau zurück. Am 25. März 2013 fiel schließlich das Urteil, das ein "Schock" für sie und die Familie gewesen sei. Nicht nur der 33-Jährige ist damals verurteilt worden, auch drei Mitangeklagte fassten mehrjährige Haftstrafen aus.

Ein deutscher Kollege von Führinger sowie ein Ägypter wurden zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Ein weiterer Ägypter erhielt ebenfalls sieben Jahre. Eine Geldstrafe in der Höhe von 31.500 Ägyptischen Pfund (3.575,36 Euro) werde unter den vier Angeklagten aufgeteilt, hieß es damals.

"Ich will nicht, dass er in Vergessenheit gerät"

Lisa Führingers Mühen - sie hatte von zu Hause aus sämtliche organisatorische Fäden gezogen, mit Botschaft und Außenministerium verhandelt und gesprochen und mehr als einmal wieder einen neuen Anwalt gesucht - hätten damals mit der Urteilsverkündung ein jähes Ende gefunden. Nun, zum Jahrestag, wolle sie an das Schicksal von Hannes Führinger erinnern.

"Ich will nicht, dass er in Vergessenheit gerät. Geändert hat sich seit der Verurteilung nichts. Es ist nach wie vor nicht klar, welche Möglichkeiten es bezüglich einer Berufung gibt. Ich müsste erneut einen neuen Anwalt organisieren, aber jetzt ist endgültig kein Geld mehr dafür da. Auch die Versorgung in Form von Carepaketen, um die sich Hannes Mutter kümmert, wird immer schwieriger, weil auch das so teuer ist", erzählt Lisa Führinger.

Körperlich stabil, psychisch angeschlagen

"Psychisch geht es Hannes nach wie vor nicht gut, körperlich ist momentan alles in Ordnung. Am 30. November feiert er seinen 34. Geburtstag - wieder alleine, ohne seine Familie."

Kommuniziert wird nach wie vor in Form von Briefen. Die größte Hoffnung liege momentan in Verhandlungen durch die Behörden bezüglich einer Begnadigung und bzw. oder einer Überstellung in den heimatlichen Haftvollzug, erläuterte die Ehefrau. Wie lange diese Verhandlungen dauern werden, sei nicht einschätzbar.