Erstellt am 19. August 2015, 05:52

von Melanie Windbüchler

Enten sorgen für Ärger. An die 50 Tiere bevölkern die Badeeinrichtung. Das Fütterverbot wird von zahlreichen Badegästen missachtet.

Verbot. Badegäste werden davor gewarnt, die Enten zu füttern.  |  NOEN, BVZ

Rund 50 ungebetene Gäste befinden sich am Neudörfler Badesee. Heuer wurde zum ersten Mal explizit ein Fütterverbot ausgesprochen. Viele Badegäste missachten dies jedoch - was für Ärger sorgt.

Die Ursachen sind, berichtet ein Neudörfler, klar: „Vor drei Jahren wurde ein striktes Fütterverbot am Kanal in Wiener Neustadt verhängt. Wenn dieses nicht eingehalten wird, muss man zahlen. Deshalb sind nun die Tiere weitergewandert und haben ihren neuen Nistplatz in Neudörfl gefunden.“

„Auch Aufruf über die Sprechanlage half nicht“

Nicht minder Schuld daran haben auch einige Badegäste, wie der Einheimische erzählt: „Viele ignorieren das Fütterverbot und die Enten bleiben dadurch. So was ist einfach ärgerlich.“

Am gesamten Badesee sind Plakate verteilt, auf denen geschrieben steht, dass die Tiere nicht gefüttert werden dürfen. Bereits am Eingang wird man darauf hingewiesen. „Auch der heuer erstmals getätigte Aufruf über die Sprechanlage half nicht“, so Bademeister Adil Banjanovic, der weiter ausführt: „Das Problem ist, dass durch das Füttern die Enten sich an den Ort gewöhnen.“

Das verstärkte Auftreten der Enten führt jedoch auch zu einem anderen Problem: Im Kot der Tiere befindet sich ein Wurm, dessen Larven beim Menschen in der Haut Reaktionen auslöst. Auch der Bademeister selbst war schon davon betroffen: „Ich habe manchmal nervige und juckende Pusteln auf den Füßen.

Würmer befallen Enten, Larven auch Menschen

Generell kann an Badeseen, wo sich auch viele Enten befinden, die sogenannte Badedermatitis auftreten. Diese äußert sich mit stark juckenden Flecken und Quaddeln und wird durch die Larven eines Saugwurms verursacht. Wurmbefallene Enten scheiden die Wurmeier im Wasser aus und wenn die Larven geschlüpft sind, begeben sie sich auf die Suche nach neuen Enten. Dabei können sie sich aber auch an den Menschen haften.

Das Auftreten dieser Würmer steht aber in keinem Zusammenhang mit der hygienischen Wasserqualität am Badesee, so der Neudörfler ÖVP-Obmann Philipp Pinter, der das zuständige Ressort der Gemeinde leitet: „Vorige Woche wurde das Wasser durch ein unabhängiges Institut geprüft und als einwandfrei befunden. Da die Larven nur vereinzelt auftreten und keinerlei Gesundheitsgefährdung von ihnen ausgeht, wurden diese im Prüfbericht nicht vermerkt.“

Für dieses Jahr kann an der Situation nichts verändert werden, außer die Badegäste auf das Verbot hinzuweisen, da die Enten in der Brutzeit geschützt sind. Man ist sich der Problematik aber bewusst: „Maßnahmen für nächstes Jahr, etwa im Uferbereich, werden in der nächsten Sitzung des Gemeindevorstandes diskutiert.“

Bezüglich der Würmer empfiehlt es sich, nach dem Baden, gut abzutrocknen, um neue Stiche vermeiden zu können. Auch die nasse Badekleidung sollte gewechselt werden. Einen Schutz soll auch das Einreiben mit wasserfesten Sonnencremes bieten.