Erstellt am 18. Juni 2013, 13:21

Badeteichwirt im Streit mit Gemeinde. Der Pächter der Rohrbacher Badeteichkantine wirft der Gemeinde vor, den Badeteich zu vernachlässigen.

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Von Katharina Tschürtz

ROHRBACH | Die Situation rund um den Rohrbacher Badeteich ist scheinbar alles andere als einfach. Dem Kantinenbetreiber Heinz Stingeder reicht es mittlerweile und er überlegt, ob er sich nach dem Auslaufen seines Fünfjahresvertrages nach dieser Saison erneut für die Kantine bewirbt.
 
„Von politischer Seite wird nichts für den Badeteich getan. Die Geräte am Spielplatz wurden weggeräumt und nicht mehr erneuert. Anfang Mai hatten wir 150 Gäste, die im 40 Zentimeter hohen Gras liegen mussten. Wenn ich die Gemeinde darauf hinweise, werde ich ignoriert. Auch als Bürger finde ich es nicht in Ordnung, dass sich die Gemeinde nicht um den Badeteich kümmert“, so Stingeder.
 
„Der Badeteich gefällt mir irrsinnig gut und ich würde auch gerne weitermachen, da es mir eine Herzensangelegenheit ist. Aber es gibt massive Probleme mit dem Tennisverein, der täglich die Massen anlockt und ihnen Getränke und Eis verkauft. Dies ist für alle Wirte in Rohrbach geschäftsschädigend“, zeigt sich Heinz Stingeder empört und er erklärt: „Der Verein darf an seine Mitglieder ausschenken und dreimal im Jahr ein Fest für die Öffentlichkeit veranstalten. Da er jedoch täglich größere Gruppen bewirtet und das auch noch ’schwarz‘ macht, habe ich ihn bereits angezeigt.“ Seines Erachtens ist dieser Umstand einem Versäumnis der Gemeinde zuzuschreiben.
 
Ortschef: „Wir kümmern uns um den Badeteich“
 
„Herr Stingeder fühlt sich verfolgt“, kommentiert der Rohrbacher SPÖ-Bürgermeister Alfred Reismüller die Kritik seines Parteikollegen und er fügt hinzu: „Die Gemeinde kümmert sich um den Badeteich. Wir versuchen, daraus ein Schmuckkästchen zu machen. Es ist allgemein bekannt, dass der Tennisverein ein großer Verein mit vielen Mitgliedern ist, an die auch ausgeschenkt wird. Das hat auch Herr Stingeder gewusst, als er die Badeteichkantine übernommen hat. An wen der Verein sonst noch Getränke verkauft weiß ich nicht. Es ist auch nicht Aufgabe der Gemeinde dies zu kontrollieren.“
 
Für den Tennisvereinsobmann Manfred Schütz sind die Behauptungen von Heinz Stingeder an den Haaren herbeigezogen: „Prinzipiell wird nur an Mitglieder ausgeschenkt. Wir haben 80 Einzelmitglieder, 40 Familienkarten und 40 Kinder im Verein. Wenn aber zum Beispiel ein Kind den Mitgliedsbeitrag zahlt und die Eltern beim Spielen zuschauen, dann lassen wir diese nicht verdursten. In der Gegend wird oft gewandert und da kann es schon mal passieren, dass sich jemand reinsetzt. Meinem Wissensstand nach ist beim Tennisverein noch keine Anzeige eingegangen.“
 
Der Vereinschef führt noch weiter aus: „Seit letztem Jahr ist es ein wenig schwierig mit der Badeteichkantine. Wenn Heinz Stingeder weniger Gäste hat, dann glaubt er alle andere nehmen ihm das Geschäft weg. Wir versuchen nicht, aktiv ihm Leute wegzunehmen. Wir haben ihn über die Jahre hinweg unterstützt und unsere Kinder auf ein Eis zu ihm geschickt.“