Erstellt am 15. Juli 2015, 10:24

von Richard Vogler

Zezelitsch nimmt Abschied. Die künstlerische Leiterin strebt eine Neuorientierung an. Sie wird bis spätestens Ende des Jahres bleiben - die Stadtgemeinde macht sich auf die Suche nach einem Nachfolger.

Ende nach fünf Jahren. Uschi Zezelitsch kreierte mit »Willi der Wulkafrosch« das Maskottchen der Mattersburger Bauermühle.  |  NOEN, Richard Vogler

Nach fünf Jahren als künstlerische Leiterin wird Uschi Zezelitsch Abschied nehmen – die Mattersburgerin schlägt eine „Neuorientierung an. Es sind bereits einige neue Projekte in Aussicht. Ich möchte diesbezüglich allerdings dem neuen Auftraggeber nicht vorgreifen“, so Zezelitsch, die mit spätestens Ende des Jahres die Bauermühle verlassen wird. „Bis dahin werde ich keinesfalls nur ’Dienst nach Vorschrift‘ machen, denn dazu ist mir die Bauermühle zu wichtig. Ich werde bis zu meinem tatsächlichen Abschied für Presse, Marketing, Homepage, Anfragen und Durchführung der Veranstaltungen zuständig sein und für die gewohnte Qualität sorgen.“

„Viel Herzblut in die Arbeit gesteckt“

Zezelitsch steckte „viel Herzblut in ihre Arbeit für die Bauermühle. Nicht nur in den Programmen, sondern auch in der Gestaltung, die ich zum Teil mit persönlich gesammelten Gegenständen oder Dekomaterial von zu Hause vorgenommen habe. Von Frühling bis Herbst sorgte ich immer persönlich für Blumenschmuck; entweder mit Blumensträußen aus Garten und Wiese, oder indem ich eigenhändig den Innenhof samt Blumenkästen bepflanzt habe.“

Vor fünf Jahren wurde sie zur künstlerischen Leiterin bestellt. „Ich habe mich sehr gefreut und geehrt gefühlt, dass ich die ehemalige alte Mühle als modernes, kleines aber feines Kulturhaus etablieren durfte. Es wurden auch viele Erwartungen in mich gesteckt, denn das neue Haus sollte zum Leben erweckt werden. Mein gutes Netzwerk als ’ORF-Kräuterhexe‘ hat mir sicherlich bei der Öffentlichkeitsarbeit und beim Engagieren verschiedener attraktiver Künstler geholfen“, berichtet die Mattersburgerin, der es auch wichtig war, „nicht zuletzt in der Gestaltung des Ambientes einen Kontrapunkt zu großen Veranstaltungshäusern zu setzen. In Zeiten wie diesen ist es wichtig, Nischenprodukte zu erkennen und seine Qualitäten hervor zustreichen. Viele Kunden konnten wir auf Grund der guten, persönlichen Betreuung vor Ort, des charmanten Ambientes und der unbürokratischen aber professionellen Abwicklung von Events gewinnen und halten.“

Kinderparadies und Kulturoase

Ein neues Kinderprogramm – sie hatte ursprünglich neue Kulturprogramme für Erwachsene geplant – werde nicht mehr aus ihrer Feder stammen. Auch den Kinder-Kräuter- und Gemüsegarten samt den Natur- und Ökologieprogrammen „naturnahes Gärtnern“, Kräuterkunde etc. wird es nicht mehr geben.

Mattersburgs Bürgermeisterin Ingrid Salamon hält fest, dass sich „die Bauermühle unter der Leitung von Uschi Zezelitsch in ein Kinderparadies und in eine Kulturoase verwandelt hat. Sie hat wichtige Aufbauarbeit geleistet. Warum man Zezelitsch nicht halten konnte? „Wir sind dankbar für die gute Zusammenarbeit, wir trennen uns nicht im Bösen und haben eine einvernehmliche Lösung gefunden.“