Erstellt am 22. Juni 2016, 05:30

von Peter Wagentristl

Betreutes Wohnen: Zurück an den Start. Die Gemeinde konnte keine Einigung mit dem Nachbarn des geplanten betreubaren Wohnprojektes erzielen

Auf Eis gelegt. Die Bauarbeiten für das betreubare Wohnheim in Sigleß ruhen derzeit -- ob der Bau noch heuer startet, ist unklar.  |  NOEN, Wagentristl

Nach langen Diskussionen mit dem Nachbarn (die BVZ hat berichtet) mussten die Pläne für das betreubare Wohnheim nun verworfen werden. Wegen baurechtlichen Bedenken muss das Projekt neu eingereicht werden — damit droht eine Verzögerung von bis zu einem Jahr.

Vergebens hatte man seitens der Gemeinde versucht, eine einvernehmliche Lösung bezüglich des baulichen Abstands zum Nachbarn zu finden. Dieser bestehe aber auf den Abstand von drei Metern, weshalb die bisher ausgearbeiteten Pläne nun verworfen werden mussten. „Leider konnten wir keinen Kompromiss finden. Auch der Vorschlag, statt Vollfenstern auf der dem Nachbarn zugewandten Seite nur Oberlichten einzubauen, wurde nicht angenommen“, gibt sich Bürgermeister Josef Kutrovatz (SPÖ) geknickt über die gescheiterten Verhandlungen.

Dieser wird aber selbst nicht bei der Überarbeitung der Pläne beteiligt sein: Wegen gesetzlicher Vorgaben in der Gemeindeverordnung gilt Kutrovatz als befangen, da er ansonsten den Einspruch gegen seine eigenen Pläne bearbeiten müsste.

Die Verhandlung über die erneute Ausschreibung fand bei der Gemeinderatssitzung daher nicht nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, als Befangener musste auch der Bürgermeister die Sitzung verlassen. Erst wenn das Bauprojekt erneut ausgeschrieben ist, darf Bürgermeister Kutrovatz wieder zurück an den Verhandlungstisch.

Verzögerungen von bis zu einem Jahr

Bis dahin ist Vize-Ortschefin Ulrike Kitzinger (SPÖ) für das weitere Vorgehen der Gemeinde verantwortlich: „Der Baubescheid wird aufgehoben und es wird definitiv zu einer neuen Bauverhandlung kommen.“Das bereits teilweise abgerissene ehemalige Kino wird damit vermutlich noch einige Zeit das Ortsbild prägen. Mit bis zu einem Jahr Verzögerung wird gerechnet: „Wenn wir bis September keine Lösung auf dem Tisch haben, wird es nicht viel Sinn machen, noch vor dem Winter mit den Arbeiten zu beginnen“, schätzt Kutrovatz den weiteren Verlauf ein.

Optimistischer gibt sich die OSG: Als Partner der Gemeinde geht man von einem Baustart noch im Herbst aus. Ob neben zeitlichen Verzögerungen auch finanzielle Änderungen durch die neuen Pläne anfallen werden, steht derzeit noch nicht fest. „Erst wenn die Bauvorbereitung abgeschlossen und die Pläne so adaptiert sind, dass sie den Bebauungsrichtlinien entsprechen, lassen sich die Kosten genau beziffern“, heißt es dazu von Hans-Jörg Hombauer, dem Zuständigen seitens der OSG.