Erstellt am 11. Dezember 2013, 23:59

von Elisabeth Kirchmeir

Bettler raubten Geld. Zemendorf / Mit Betteln gaben sich eine Frau und ein Mann aus Rumänien nicht zufrieden: Sie beraubten eine betagte Frau.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Von Elisabeth Kirchmeir

Zwei Mitglieder einer durchs Land ziehenden Bettlergruppe aus Rumänien, eine 23-jährige Mutter von zwei Kindern und ihr Schwager, ein 26-jähriger Gelegenheitsarbeiter, suchten am 7. Juli 2013 eine 86-jährige Frau in Zemendorf auf.

Diese glaubt, dass zumindest die Rumänin zuvor schon zweimal bei ihr gewesen war: Einmal hatte sie die Bettlerin fünf Euro gegeben, beim zweiten Mal sei sie bereits bestohlen worden.

Mitleidstour: Eindringliche Bitte um Wasser

Jedenfalls habe die Frau gewusst, wo sie ihr Geld verstecke, so das Opfer des Raubes. Als im Juli die Rumänin wieder vor dem Gartentor stand, wollte sie eigentlich gar nicht aufmachen.

Doch die Frau bat so eindringlich um Wasser, dass sie das Tor kurz öffnete und ein Glas hinaus reichte. Das nahm die Rumänin zum Anlass, um gegen das nun offene Tor zu drücken, während ihr Begleiter Anlauf nahm und über den Zaun sprang.

Er eilte ins Haus, die Hausbesitzerin und die Rumänin ebenfalls. „Ich fragte: Wollt ihr stehlen?“, erinnerte sich die Frau in ihrer Einvernahme. Der Mann habe nach dem Geld gegriffen, sie wollte ihn daran hindern, da habe sie die Frau geschubst, sodass sie über einen Sessel gestürzt sei.

Nach Stoß gegen Pensionistin flüchteten Bettler mit 230 Euro

„Als ich mich aufgerafft hatte, haben sie das Geld schon gehabt und sind zur Tür hinaus“, so die Pensionistin. Sie habe „Hilfe! Polizei!“ gerufen. Die beiden Rumänen hatten 230 Euro gestohlen, das Geld stellte die Polizei später bei ihnen sicher.

Die Angeklagten bekannten sich nur hinsichtlich eines Diebstahls schuldig. In der Aussage der alten Frau gebe es Widersprüche, sagte deren Anwalt Roland Graschitz.

Der Schöffensenat war anderer Meinung und sprach beide Angeklagten des Raubes schuldig. Die Frau wurde zu 33 Monaten, der Mann zu 30 Monaten unbedingter Haft verurteilt.

„Müssen alte Menschen im Land vor Leuten wie Ihnen schützen“

„Der Schöffensenat hat keinen Zweifel, dass ein Raub begangen wurde, und geht von der Glaubwürdigkeit des Opfers aus“, erklärte Richterin Birgit Falb. Es handle sich um eine besonders niederträchtige Tat, die Wehr- und Hilflosigkeit der alten Dame ausgenützt sei worden.

„Weil wir die alten Menschen im Land vor Leuten wie Sie schützen müssen, muss eine unbedingte Haftstrafe ausgesprochen werden“, sagte die Richterin. Das Urteil ist rechtskräftig.