Erstellt am 24. August 2016, 05:52

von Julia Lückl

Betrugsversuch? Beamter fälschte Gehaltszettel. Ein Beamter soll – unterstützt von seiner Ex-Gattin – versucht haben, bei Banken einen Kredit zu ergaunern.

 |  NOEN, Symbolbild

Ein 53-jähriger Beamter hatte 2015 bereits Schulden in der Höhe von etwa 70.000 Euro, konnte die Kreditraten aber nicht mehr bezahlen. Seine Frau soll ihm daraufhin vorgeschlagen haben, die finanzielle Situation durch eine Umschuldung zu verbessern, aber der 53-Jährige bekam keinen neuen Kredit.

Frau sei die treibende Kraft gewesen

„Da kam meine Ex-Gattin auf die Idee, meine Gehaltszettel zu manipulieren“, erklärte der Beamte, der sich vorige Woche gemeinsam mit seiner sechsfach vorbestraften 49-jährigen Ex-Frau vor Gericht verantworten musste. 2015 hatte das Paar im Bezirk Mattersburg gelebt. Die Frau sei bei den Manipulationen die treibende Kraft gewesen.

Man habe die gefälschten Daten gemeinsam mit Hilfe einer Software eingegeben, so der Angeklagte, der sich zu den Vorwürfen schuldig bekannte, während die Ex-Gattin beteuerte, nicht gewusst zu haben, was ihr Mann da genau unternahm, um zu einem Kredit in der Höhe von rund 70.000 Euro zu kommen.

Gehaltszettel mit Software manipuliert

Auf insgesamt drei Gehaltszetteln wurden die Einkünfte verändert, sodass der Eindruck vermittelt wurde, der Beamte verdiene rund 74.000 Euro im Jahr, während sein tatsächliches Gehalt bei 46.000 Euro lag.

„Sei haben Ihr Gehalt ja fast verdoppelt!“, wunderte sich Richterin Karin Lückl.

Im Juni 2015 sollen die manipulierten Unterlagen Banken in Eisenstadt und Wien sowie einem Kreditvermittlungsinstitut vorgelegt worden sein, allerdings bekam der Beamte trotzdem nirgends einen Kredit. Weitergesucht habe er nicht: „Ich habe eingesehen, dass es eine Eselei war.“

Kurze Zeit später trennte sich das Paar, im Jänner 2016 erfolgte die Scheidung. Im Herbst 2015 schickte die 49-Jährige die gefälschten Gehaltszettel sowie den Laptop ihres Mannes an die Polizei. „Sie wollte meiner Existenz schaden“, meinte der Ex-Mann, der jetzt in Wien lebt.

Ein Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Karin Lückl verurteilte den 53-Jährigen wegen schweren Betruges zu einer bedingten Freiheitsstrafe von elf Monaten, das Urteil ist rechtskräftig.

Gegen seine Ex-Frau wurde der Prozess vertagt, weitere Zeugen müssen befragt werden.