Erstellt am 20. August 2015, 14:28

von Elisabeth Kirchmeir

Hieb auf die Nase. Seine Aggressionen bekommt ein 20-Jähriger nur schwer unter Kontrolle. Jetzt wurde er verurteilt.

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Bereits zum dritten Mal stand ein 20-jähriger Mann aus dem Bezirk Mattersburg vor Gericht, weil er seine Emotionen in der Disco P2 in Mattersburg nicht unter Kontrolle bringen konnte.

„Trotz ihres jungen Alters hatten Sie schon zweimal ein Strafverfahren!“, wunderte sich Richterin Birgit Falb beim Kontrollieren der Personaldaten. Einmal war es zu einem Tatausgleich gekommen, ein anderes Mal musste der Angeklagte im Rahmen einer Diversion gemeinnützige Leistungen erbringen.

Danach war es am 24. Dezember 2014 neuerlich zu einem Zwischenfall in der Mattersburger Disco gekommen.
„Das Opfer hat mich mehrmals provoziert – verbal und mit Stößen“, gab der Angeklagte zur Auskunft. Er selbst sei an diesem Abend nüchtern gewesen.

Dem Opfer die Nase gebrochen

Dennoch konnte er seine Aggressionen nicht unter Kontrolle halten: Er holte aus und schlug seinem Kontrahenten mit dem unteren Handballen gegen die Nase.

Die Folgen waren schlimm: Dem Opfer wurde das Nasenbein gebrochen und ein verschobener Bruch der Nasenscheidewand zugefügt.

„Sie haben absolut überzogen reagiert!“, hielt die Richterin dem Angeklagten vor. „Er hat mich aufs Tiefste beschimpft. Da wird mir keiner erzählen, dass er ruhig bleibt“, brachte der 20-Jährige zu seiner Entschuldigung vor.

„Sie dürfen in so einer Situation zurückschimpfen, aber nicht auf das Opfer einschlagen!“, stellte die Richterin klar. Sie verurteilte den jungen Mann wegen schwerer Körperverletzung zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und erteilte ihm die Weisung, sich einem Anti-Aggressionstraining zu unterziehen. Mildernd wertete die Richterin unter anderem die Provokation durch das Opfer.