Erstellt am 03. Dezember 2014, 06:42

von Christopher Ivanschitz

ÖBB einmal mehr unter Beschuss. Die ÖBB kam ihrer Pflicht wieder nicht nach und ließ die Krägen der Betroffenen platzen– nun droht eine Klage.

Chaos. Die Platzproblematik in den Zügen nach Wiener Neustadt nimmt weiterhin kein Ende. Foto: zVg  |  NOEN, zVg

Die

– Höhepunkt war, wie berichtet, dass Passagiere gar nicht erst zusteigen konnten – haben bei vielen Menschen Hoffnung geweckt.

Die Freude über den bereitgestellten zweiten Waggon in den Morgenstunden auf der bis dahin vollkommen überlasteten Strecke von Mattersburg nach Wr. Neustadt hielt jedoch nicht lange an.

„Umgang der ÖBB mit Kunden ist inakzeptabel“

Nachdem die ÖBB auf Druck seitens der Bürger endlich reagiert hatte, mussten die Passagiere bald mit Bedauern feststellen, dass es sich wohl doch nicht um eine dauerhafte Lösung handelt, denn der Zusatzwagen wurde vergangene Woche bereits wieder aufgelassen.

x  |  NOEN, zVg
Spätestens jetzt wurde die Schmerzgrenze etlicher Betroffener endgültig überschritten, so auch die vom Bad Sauerbrunner Gernot Engel, der den Fall vor wenigen Wochen erst ins Rollen brachte.

„Zu Beginn letzter Woche hat es erneut nicht funktioniert, am Donnerstag war mir schließlich das Risiko zu groß und ich habe meine Kinder selbst mit dem Auto zur Schule gefahren“, ärgerte sich Engel und fügte hinzu: „Die Art und Weise wie die ÖBB mit Kunden umgeht ist inakzeptabel. Einerseits kommen sie ihren Pflichten nicht nach und auf der anderen Seite gibt es gröbere Kommunikationsprobleme.“

Pressesprecher verwies auf Stellungnahme

Ein weiterer leittragender Passagier schilderte per Leserbrief an die BVZ Folgendes: „Nach der Berichterstattung habe ich, wie viele andere auch, auf eine Verbesserung der Situation gehofft, diese war allerdings nur von kurzer Dauer und so bin ich vergangene Woche tagtäglich in einem vollgestopften Zug gefahren.“

Christopher Seif, Pressesprecher der ÖBB, verwies auf Anfrage der BVZ nur auf eine bereits abgegebene Stellungnahme: „Diese Verbindung wird planmäßig aus zwei Triebwagen gebildet. Die Züge dieser Strecke fahren in enger Kooperation mit der GySEV (Raab-Ödenburger-Bahn) und diese stellt hier die Triebwagen. Seitens GySEV wurde uns besonderes Augenmerk auf die plangemäße Leistungserbringung zugesagt, wir werden dies natürlich überprüfen.“

Die bereits obligatorische Ausrede auf den Partner aus Ungarn will Engel jedenfalls nicht mehr hören: „Die Verantwortung liegt letzten Endes bei der ÖBB.“

Der erboste Vater drohte schon seit Längerem mit einer Klage, nun will er dies auch in die Tat umsetzen. „Ich habe mich bereits mit meinem Rechtsanwalt beraten. Außerdem bin ich mir sicher, dass sich weitere Betroffene anschließen werden und wir so gemeinsam etwas erreichen können“, so Engel.