Erstellt am 04. März 2015, 10:43

von Michael Kremser

Videokamera überführte Diebin. Seit 2012 soll eine Angestellte Wertgegenstände aus an den Betrieb angrenzenden Wohnräumen entwendet haben.

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Schon seit geraumer Zeit weiß der Pensionist Josef K. nicht Recht, wie ihm geschieht. Immer wieder verschwanden Geldbeträge aus seinen Wohnräumen und auch den Schmuck der Mutter, den diese penibelst für die Enkelkinder aufbewahrte, konnte der ehemalige Bäckermeister nicht mehr auffinden.

Nun steht eine seit 2012 im angrenzenden Geschäft tätige Verkäuferin unter Verdacht, die Wertgegenstände entwendet zu haben.

Mutmaßliche Diebin bestreitet die Vorfälle

Auf Anraten von Kriminalbeamten installierte der Schwiegersohn des Pensionisten vor Kurzem eine Überwachungskamera in den ehemaligen Wohnräumen seiner Mutter – diese werden seit gut drei Jahren nicht mehr zu Wohnungszwecken genutzt.

Mittels der Videoaufnahmen konnte die mutmaßliche Diebin nun auf frischer Tat ertappt werden. Die Aufnahmen liegen nun bei der Kriminalpolizei zur weiteren Ausarbeitung auf, gegen die Verkäuferin wurde auf freiem Fuß Anzeige erstattet – sie bestreitet die Vorfälle.

Seit der Pensionierung von Josef K. waren die ehemaligen Geschäftsräumlichkeiten an ein Bäckereiunternehmen, das mehrere Zweigstellen im Bezirk und in Eisenstadt führt, vermietet. An das Lokal angrenzend befindet sich die ehemalige Wohnung der früheren Bäckerei-Besitzerin – direkt dahinter steht das Wohnhaus von Josef K.

„Es verschwand immer wieder Geld“

„Ich habe größere Geldbeträge auf mehrere Geldtaschen aufgeteilt, und es kam in den letzten Jahren immer wieder vor, dass eine davon fehlte, beziehungsweise, dass sie plötzlich leer waren“, berichtet der Geschädigte, und führt weiter aus: „Ich habe schon Gott und die Welt verdächtigt, sogar meine eigene Tochter und den Mitarbeiter eines Kreditinstitutes, dass sie mir das Geld gestohlen haben.“

Die mutmaßliche Täterin nutzte offenbar das Vertrauensverhältnis zu den Hausbesitzern aus, fertigte einen Ersatzschlüssel für die angrenzenden Wohnräume an und durchsuchte diese scheinbar regelmäßig nach Wertgegenständen, wenn sich die Besitzer auf Urlaub beziehungsweise außer Haus befanden.

Laut dem Diebstahlopfer beläuft sich der Schaden – bestehend aus Bargeldbeträgen und Schmuck – auf rund 10.000 Euro. Vom Bäckereiunternehmen wurde die Verdächtigte gekündigt, da sie seit Herbst des Vorjahres die Rechnungen für die Ware nicht mehr beglich. Die Filiale ist nun seit Ende Februar geschlossen und man ist auf der Suche nach einer neuen Verkäuferin, heißt es von Seiten des Unternehmens.