Erstellt am 31. Juli 2013, 00:00

Bilanz: Anstieg der Pleiten im Bezirk. Insolvenzanstieg / Im ersten Halbjahr 2012 gingen elf Firmen in Konkurs. Bis Ende Juni dieses Jahres gab es 22 Unternehmenspleiten.

BEZIRK / Laut der kürzlich von der Creditreform veröffentlichten Insolvenzstatistik für das erste Halbjahr 2013 weist der Bezirk Mattersburg einen Anstieg im Bereich der Unternehmensinsolvenzen auf. Bis Ende Juni gingen heuer bereits 22 Unternehmen Pleite. Im ersten Halbjahr 2012 waren es vergleichsweise nur 11 Firmen. Dies bedeutet einen Anstieg um 100 Prozent.

Bei den privaten Pleiten gib es im ersten Halbjahr bezirksweit einen Rückgang von 16 auf 14 Privatinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr.

Baubranche: Mögliche "Alpine-Effekte"

Betrachtet man die zahlungsunfähigen Firmen nach Branchen, sind sechs Unternehmen im Bauwesen sowie sechs Firmen mit „Unternehmensbezogene Dienstleistungen“ von den Pleiten betroffen. Weitere vier Insolvenzen gab es bei Firmen im Handel, zwei im „Beherbergungs- und Gaststättenwesen“, eine in der Sachgütererzeugung. Im Bezirk Mattersburg meldeten die Unternehmen im Transportwesen sowie im „Kredit- und Versicherungswesen“ heuer bislang noch keine Konkurse an.

„Relativ gesehen haben sich die Insolvenzen ja ‚nur‘ um elf Fälle erhöht. Das ist eine überschaubare Zahl. Da aber an die sechs Bauinsolvenzen darunter sind, gehe ich schon von ersten Alpine-Effekten aus. Mattersburg ist im Allgemeinen strukturell nicht besser oder schlechter gestellt als die anderen Bezirke. Es sollte eher durch die Lage zu den Ballungszentren Eisenstadt und Wr. Neustadt profitieren“, so Gerhard Weinhofer, Geschäftsführer vom Österreichischen Verband Creditreform (ÖVC).

Laut Anton Bauer, Regionalstellenleiter der Wirtschaftskammer Mattersburg, lässt sich keine klare Linie bei den Konkursen erkennen: „Am stärksten sind die Branchen Bau und Baunebengewerbe, die kleine Gastronomie und Kleintransporterunternehmen betroffen. Im Baubereich gibt es massive Konkurrenz aus Ungarn, die um geringere Preise arbeiten. In der Gastronomie gab es schon immer Menschen, die ihr Glück versucht haben. Manche Standorte erscheinen da attraktiv, jedoch gehen sie nicht“, so Bauer, der weiter ausführt: „Bei den Kleintransporten ist die Gewinnspanne oft so knapp kalkuliert, dass ein Anstieg bei den Treibstoffpreisen oder Kosten für größere Reparaturen und dadurch ausfallende Lieferungen oft dafür sorgen können, dass es gar keinen Gewinn gibt. Oft können ungeplante Lebensumstände dafür sorgen, dass eine Einmannfirma pleite geht.“