Erstellt am 19. Februar 2014, 09:53

von Martin Plattensteiner

Bürgermeister bestohlen. Antau / Dreiste Sache / Für Antaus Ortschef Adalbert Endl gab es bei einer Israel-Reise ein böses Erwachen. Am Ölberg entwendete ihm ein Straßenhändler das gesamte Bargeld - 1800 Euro.

Bestohlen im Ausland. Die Diebe knöpften Adalbert Endl 1.800 Euro ab.  |  NOEN
Von Martin Plattensteiner

Diesen Urlaub hatte sich Ortschef Adalbert Endl sicherlich anders vorgestellt. In den Semesterferien schloss er sich mit Gattin Jillian und Tochter Jessica Pilgerfahrt nach Israel an. Beim ersten Ausflugsziel, dem Ölberg gab es für ihn ein böses Erwachen. Ein Straßenhändler erleichterte Endls Geldbörse um das komplette Bargeld - 1800 Euro.

Straßenhändler stahl Inhalt der Geldbörse 

„Ich wollte dem arabisch aussehenden Händler eine Ansichtskarte abkaufen“, schildert Endl den Zwischenfall. „Als ich bezahlt hatte, warf er mir noch ein Jerusalem-Poster über die Hand, in der ich die Geldbörse hielt.“ Endl, der als letzter in der Reihe der Reisegruppe gestanden hatte, ließ sich das Poster aber nicht „andrehen“, sondern machte kehrt.

Vom Dieb keine Spur

„Nach rund 150 Metern bemerkte ich, dass alle Euro-Scheine aus meiner Geldbörse gestohlen wurden“, schildert Endl. Er eilte sofort zum einheimischen Reiseleiter seiner Gruppe, der aber nur lapidar meinte, nicht mehr umzudrehen. Vom Dieb am Ölberg war indessen nichts mehr zu sehen.

Von israelischen Behörden aufgenommen

„Nach einigen Interventionen und Verhandlungen erschien ein anderer Reiseleiter, der dann auch gleich die Polizei verständigte“, erzählt Endl den Vorfall weiter. „Die Beamten waren mit Maschinenpistolen bewaffnet. Das muss man sich einmal vorstellen.“ Auf einer nahegelegenen Polizeistation wurde dann der Diebstahl von den isrealischen Behörden aufgenommen.

„Auf Englisch kann man sich dort gut verständigen“, so Endl. Auf der Polizeistation „durfte“ sich die Familie Endl dann auch Bilder ansehen, um den dreisten Dieb eventuell zu identifizieren. „90 Bilder wurden uns vorgelegt“, so Endl weiter. „Meine Tochter Jessica war sich sicher, den Dieb auf einem der Fotos wiedererkannt zu haben.“

Endl: „Ich wurde noch nie bestohlen“ 

Die Enttäuschung saß bei Adalbert Endl, der allerorts als großherzig und großzügig bekannt ist, sehr tief. „Ich bin in meinem ganzen Leben weder bestohlen noch beraubt worden. Eigentlich wollte ich einem Straßenhändler helfen, ein paar Euro zu verdienen und dann werde ich so hinterlistig behandelt.“

Es dauerte zwei Tage, bis Endl den Schock einigermaßen verdaut hatte. „Zuerst war ich in meinem Stolz verletzt. Dann machte ich mir Vorwürfe, das Bargeld nicht vor dem Ölberg-Besuch auf mehrere Taschen aufgeteilt zu haben.“

Kontaktaufnahme mit Botschaft geplant

Zurück in Österreich will der Bürgermeister Kontakt mit der Botschaft in Wien aufnehmen. „Mal schauen, ob man noch etwas in die Wege leiten kann“, meint Endl.

Die Reise selber bat den Endls dann aber noch viele beeindruckende Ausflüge. „Wir badeten im Toten Meer, waren an der Klagemauer und in Bethlehem sowie auf den Golan-Höhen“, erzählt Endl.

Die Fahrt selber hatte auch einen historischen Hintergrund. Vor 100 Jahren besuchte Kaiser Franz Joseph im Rahmen einer Pilgerfahrt Jerusalem.