Erstellt am 04. Februar 2015, 10:21

von Richard Vogler

Plan Mehr Flüchtlinge in Forchtenstein. Das Flüchtlingsquartier soll baulich adaptiert werden und nach Möglichkeit mehr Betreuungsplätze anbieten.

Rund um das Flüchtlingsthema gibt es heftige Polit-Diskussionen (siehe Seite 3). Von Seiten der Caritas gibt es nun Pläne, im Bezirk Mattersburg mehr Plätze für Flüchtlinge zu schaffen: „Es wurde beschlossen, das Flüchtlingsquartier in Forchtenstein baulich zu adaptieren und nach Möglichkeit mehr Betreuungsplätze anzubieten, da wir alle wissen, dass eine Betreuung unmittelbar in einer Einrichtung zielführender ist“, wird von der Pressestelle berichtet.

Mattersburgs Stadtpfarrer Günther Kroiss erkannte die Problematik bereits 2014. Im August startete er mit den Planungen, Flüchtlingsfamilien im Pfarrheim aufzunehmen, „Wir wollen in Mattersburg auch als Vorzeigeprojekt dienen. Ich hoffe, dass andere Gemeinden unserem Beispiel folgen werden.“ Im Oktober zogen zwei Flüchtlingsfamilien im Pfarrheim ein und fast zeitgleich bot das Rohrbacher Pfarrheim ebenso Platz. Das Land Burgenland richtete ein Schreiben an alle burgenländischen Gemeinden und Pfarren mit der Bitte, weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Dies blieb ungehört, denn im Bezirk gibt es keine weiteren von Gemeinden initiierten Unterbringungsstätten.

Sehr zum Unmut von Kroiss: „Dass im Bezirk bislang nichts geschehen ist, ist schon enttäuschend. Wenn in jeder Gemeinde eines Landtagsabgeordneten eine Familie aufgenommen werden würde, dann würde dies die Situation schon sehr erleichtern.“ Kritik kommt von Soziallandesrat Peter Rezar in Richtung Caritas, weil diese bei der Unterbringung, laut Rezar, säumig sei. Dem wird von der Caritas-Pressestelle entgegengehalten, dass „Bischof Ägidius viele Gespräche mit Pfarren geführt hat, sodass die Mitarbeiter der Flüchtlingsbetreuung der Caritas derzeit laufend in Pfarren sind, und einen Überblick und Einblick in die Thematik geben, um so die interessierten Pfarren in der Entscheidungsfindung zu unterstützen.“