Erstellt am 23. März 2011, 00:00

Der Bezirk setzt auch auf Alternativenergie. BIOMASSE / In Sigleß gibt es Pläne für eine Fernwärmeanlage. Die Genehmigung für fünf Windräder in Baumgarten liegen vor.

Energie aus Wind. In Baumgarten (Bürgermeister Kurt Fischer mit SPÖ-Energiesprecher Christian Illedits) werden fünf Windräder gebaut.TSCHÜRTZ  |  NOEN
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VON RICHARD VOGLER

BEZIRK / Auf die Bewag- und Begaskunden kommen harte Zeiten zu - mit 1. April steigt der Gaspreis um 9,6 Prozent, der Strompreis um 3,31 Prozent. Vom „Rohstoff“ Wind bezieht die Bewag mittels einigen Windrädern, die sich auf Pöttelsdorfer und Sigleßer Hotter befinden, Energie. Eines steht zur Zeit still (ein Bauer hat einen Rechtsstreit gewonnen und dieses Windrad darf nicht betrieben werden).

In naher Zukunft werden weitere Windräder hinzukommen. In Sigleß wird es zwei neue geben, in Baugarten kommen ebenso fünf neue Windräder dazu. Für das Projekt in Baumgarten, jedes Windrad ist 150 Meter hoch, liegt bereits die behördliche Genehmigung vor. „Mit den fünf Windrädern wird mehr Strom erzeugt, als die Privathaushalte im Bezirk verbrauchen“, betont SPÖ-Klubobmann und Energiesprecher Christian Illedits

Antauer Bauer erzeugt seit  elf Jahren Biomasse

Auf Energiegewinnung aus reiner Biomasse setzen drei Bauern aus dem Bezirk bereits seit mehreren Jahren. Der Antauer Herbert Wutschitz war ein Vorreiter auf diesem Gebiet. Vor elf Jahren nahm er seinen 400 Kubikmeter großen Kessel in Betrieb. „Die Rohmaterialen sind Grasschnitt und Getreideabfälle“, erläutert Wutschitz. Der Geräungsprozess erzeugt Gas, dieses wiederum betreibt Motoren, die Strom erzeugen, welcher ins Netz der Bewag eingespeist wird. Die entstandene Wärme verwendet Wutschitz zum Beheizen seines Privathauses sowie der vier Gästezimmer, die er betreibt. In Pöttelsdorf betreiben Robert Schandl und Manfred Mandl einen Kessel mit derselben Grund-Technologie. „Die Ausgangsstoffe sind Mist, Gülle, Mais und Gras, wir haben unseren Kessel 2006 in Betrieb genommen“, berichtet Schandl. Wie bei Wutschitz wird der entstehende Strom in das Netz der Bewag eingespeist.

Fernwärme versorgt in  Sieggraben 180 Abnehmer

Die „Bio Fernwärme Sieggraben Gen.m.b.H.“ versorgt mit dem Ausgangsrohstoff Holz seit seit 1998 180 Abnehmer, darunter öffentliche Gebäude, mit Energie. Im Oktober 2010 wurde die größte Photovoltaikanlage des Landes in Betrieb genommen. Sie erzeugt Strom um die Fernwärme zu versorgen.

Neben Sieggraben könnte auch bald die Gemeinde Sigleß ihre Fernwärme haben. „Im Rahmen der Dorferneuerung gibt es von der ’ECO-Truppe’ das Fernwärme-Projekt. Wir wollen mehrere Häuser oder Wohnsiedlungen mit Fernwärme beheizen. Die Pläne stecken noch in den Kinderschuhen, es werden zur Zeit noch die Vor- und Nachteile bei vergleichbaren Anlagen abgewogen“, berichtet SPÖ-Vizebürgermeister Josef Kutrowatz.

Waldfläche im Bezirk  Mattersburg nimmt zu

Der Rohstoff Holz ist im Bezirk in großer Menge vorhanden. Im Bezirk Mattersburg gibt es rund 8.200 Hektar Wald, der sich im Besitz von Privaten, der Familie Esterhazy und Urbarialgemeinden (Genossenschaften) befindet. „Die Waldfläche im Bezirk Mattersburg nimmt aufgrund von Neuaufforstungen oder Verwaldung in Folge von aufgelassener Nutzung zu“, berichtet Gernot Kainz, Forstinspektor Burgenland Nord.

Unternehmer Jürgen Lang aus Pöttelsdorf beschäftigt 52 Mitarbeiter und hat sich mit seiner Firma IPS auf den Biomassebereich von Kleinfeuerungen bis zu Nahwärmeanlagen spezialisiert. Er verweist auf die Vorteile der Nutzung des Rohstoffs Holz. „Wir haben im Bezirk Mattersburg genug Waldbestand und lassen damit die Wertschöpfung auch im Bezirk. Im Bereich der Technologie der Kesselherstellung sind die österreichischen Unternehmen europaweit führend.“