Erstellt am 08. Januar 2015, 05:49

von Christopher Ivanschitz und Michael Kremser

Discobus oder doch Jugendtaxi?. Die Junge SPÖ kritisiert das Aussteigen einiger Gemeinden aus dem Projekt und vermutet ein Politikum dahinter.

Bislang wurden beide Projekte im parallel betrieben - heuer stiegen fünf ÖVP-Gemeinden aus.  |  NOEN, zVg

Der von der SPÖ initiierte Verein Discobus hat sich mittlerweile, aus einem Schulprojekt heraus, zur größten flächendeckenden Verkehrssicherheitsinitiative für junge Burgenländer entwickelt. Finanziert wird dieses Projekt von den teilnehmenden Partnergemeinden, die an den Verein einen Mitgliedsbeitrag zahlen, dessen Höhe sich nach der Einwohnerzahl der jeweiligen Gemeinde richtet. Die Jugendlichen zahlen letztendlich nur zwei Euro pro Fahrt und gelangen somit zu diversen Locations im ganzen Land.

"Die Initiative Jugendtaxi leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit der Jugendlichen“

Die Wirtschaftskammer Burgenland hat im Jänner 2007 parallel zu diesem Angebot gemeinsam mit dem Landesjugendreferat und dem Verkehrsreferat der Burgenländischen Landesregierung das Projekt „Jugendtaxi Burgenland“ gestartet. Im Rahmen dieses Projektes werden ermäßigte Taxigutscheine von den Gemeinden an die Jugendlichen ausgegeben, um die Mobilität und Verkehrssicherheit zu erhöhen. Mittlerweile hat sich dieses Projekt zur größten, flexibelsten Mobilitäts- und Verkehrssicherheitsinitiative des Burgenlandes entwickelt.

„Ich unterstütze diese Aktion der Wirtschaftskammer mit den Gemeinden sehr gerne. Die Initiative Jugendtaxi leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit der Jugendlichen“, so Verkehrslandesrätin Michaela Resetar von der ÖVP.

Zehn Gemeinden sind nicht mehr Teil des Projekts

Seit Kurzem sind nun jedoch zehn burgenländische Gemeinden nicht mehr am Projekt Discobus beteiligt, darunter auch Marz, Wiesen, Zemdorf-Stöttera, Pöttelsdorf und Antau aus dem Bezirk Mattersburg (die BVZ berichtete). Hier setzt man nun voll und ganz auf das „Jugendtaxi“. Die Gemeinden argumentieren dies dahingehend, dass diese Art der Jugendbeförderung flexibler sei.

Die SPÖ sieht das allerdings anders und vermutet eine politisch motivierte Entscheidung dahinter, so meldete sich nun auch die Sozialistische Jugend zu Wort: „Bis auf Parndorf stellen alle Ortschaften, die den Vertrag nicht verlängert haben, einen ÖVP-Bürgermeister. Sie betreiben parteipolitische Machtspiele auf dem Rücken der burgenländischen Jugendlichen, die nun nicht mehr mit dem Discobus fahren können“, so SJ Bezirksvorsitzender Martin Giefing. Vereinsobmann Christian Illedits geht überhaupt einen Schritt weiter: „In Zukunft, werden alle Gemeinden, die sich am Projekt beteiligen, den Jugendlichen Ausweise ausstellen können, nur wer so einen besitzt, darf dann auch einsteigen, denn es kann nicht sein, dass Jugendliche aus anderen Gemeinden Nutznießer sind, ohne dass sich die Ortsverantwortlichen daran beteiligen“, berichtet Illedits.