Erstellt am 03. August 2011, 00:00

Drei Jahre Afghanistan. INTERNATIONALE MISSION / Klaus Palkovits hilft dem Roten Kreuz bei der Errichtung von Brunnen in einem der ärmsten Länder.

Engagiert. Der Hirmer Klaus Palkovits ist bereits zum vierten Mal für das Rote Kreuz international tätig. Seit wenigen Tagen hilft er in Afghanistan. Das Bild zeigt ihm bei einem Einsatz in Haiti. ZVG  |  NOEN
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VON MARTIN PLATTENSTEINER

HIRM / Bevor Klaus Palkovits am Montagmorgen aus seiner Heimatgemeinde in Richtung Äthiopien aufbrach, wo der 44-jährige Projekte des Österreichischen Roten Kreuzes leiten wird, gab er der BVZ noch ein Interview.

 

BVZ: Was erwartet Sie in Afghanistan?

Klaus Palkovits: Meine Hauptaufgabe besteht im logistischen und administrativen Bereich, um Brunnen für die Bevölkerung, die von den Dürrekatastrophen betroffen ist, zu errichten. Es ist geplant, dass ich drei bis vier Jahre in Afrika bleiben.

 

BVZ: Wo liegen die größten Schwierigkeiten?

Palkovits: Man muss richtig Aufklärungsarbeit machen. Hilfe zur Selbsthilfe ist fast zu wenig. Gerade im Umgang mit Wasser gibt es enorme kulturelle Defizite. Die Leute müssen lernen, ihr Wasser nicht selber wieder zu verschmutzen. Der Bildungsgrad ist gering und das Hygieneverständnis daher kaum vorhanden. Da muss man viel Geduld haben.

BVZ: Seit wann sind Sie für das Rote Kreuz tätig?

Palkovits: Ich bin seit 2004 auf internationalen Missionen tätig. Nach Äthiopien komme ich nun schon zum dritten Mal. Ich denke aber, dass es jetzt die härteste von allen Missionen sein wird. Im Vorjahr war ich bei den Erdbebenopfern in Haiti.

 

BVZ: Wie oft kommt man während eines Einsatzes eigentlich nach Hause?

Palkovits: In den Sommerferien und zu Weihnachten. Meine zwei Kinder sind schon in dem Alter, wo sie aus dem Gröbsten draußen sind und verstehen, was ihr Vater macht. Meine zweite Ehefrau ist übrigens auch für das Rote Kreuz tätig und begleitet mich nach Äthiopien.

 

BVZ: Aus welchen Beweggründen begibt man sich auf solche Auslandseinsätze?

Palkovits: Ich hatte seinerzeit gute Jobs als Betriebswirt bei der Post und auch in der Privatwirtschaft. Schon während des Studiums wusste ich, dass ich im kommerziellen Bereich nicht die Erfüllung finde.