Erstellt am 17. März 2016, 05:24

von Edith Kirchmeier

Drohung: Freispruch. Ein Koch beschuldigte eine Frau des Holzdiebstahls. Von der gefährlichen Drohung wurde er freigesprochen.

 |  NOEN

"Das geht schon jahrelang so", warf der Angeklagte, ein 29-jähriger Mann aus dem Bezirk Mattersburg,dem mutmaßlichen Opfer vor, immer wieder vom Grundstück seiner Familie Holz zu stehlen.

Derzeit sei er „hackenstad“, erklärte er vor Gericht: „Also ohne Beschäftigung“, fügte er hinzu. Am 28. Oktober 2015 soll er die mutmaßliche Holzdiebin mit den Worten „Wenn du noch einmal zu uns hinten reingehst und Holz stiehlst, bringe ich dich um bzw. ich erschlage dich“ gefährlich bedroht haben.

„Richtig ist, dass ich mich über sie ärgerte“, sagte der Angeklagte. Es verschwinde vom Anwesen seiner Familie immer wieder Brennholz, die Frau sei dabei beobachtet worden, wie sie mit großen Säcken das Grundstück verlasse.

„Holz gestohlen hast du auch wieder"

Am 28. Oktober habe die Frau das Haus der Großmutter des Angeklagten betreten. „Ich sagte, schreien kannst du bei dir daheim und Holz gestohlen hast du auch wieder.“ Dann habe er die zierliche Frau zur Tür hinausgedrängt.

„Ich hatte einen Monat lang Schmerzen“, behauptete das mutmaßliche Opfer. „Er hat mich getreten, ich lag am Boden, mir war ganz schwindlig“, schilderte sie den Vorfall. „Herr Rat, ich will nicht mehr als 1.000 Euro und aus!“, forderte die Frau Schmerzensgeld.

Die Großmutter hatte damals die Szene beobachtet: „Mein Enkel fragte sie, ob es wahr ist, dass sie Holz gestohlen hat. Sie stritt das ab.“ Der Angeklagte habe der Frau jedenfalls nichts getan und sie auch nicht bedroht. „Er sagte nur, wenn er sie nochmals erwischt, holt er die Polizei.“

Richter Wolfgang Rauter sprach den jungen Mann von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen frei. Es gebe keine Hinweise auf Verletzungen, die Äußerungen seien als milieubedingt einzustufen, so der Richter.