Erstellt am 14. August 2013, 00:00

Ein Feuerwehrhaus für zwei Gemeinden?. Diskussionsstoff / Rohrbacher Ortschef greift neue Idee für Feuerwehrneubau auf. FF-Mannschaft spricht sich dagegen aus.

Diskussionsstoff / Im aktuellen Amtsblatt der Gemeinde Rohrbach greift Bürgermeister Alfred Reismüller die Idee eines gemeinsamen Feuerwehrhauses mit der Nachbargemeinde Marz auf. „Die beiden Gemeinden sind so eng zusammengewachsen, dass dies ohne Einschränkung der Einsatzbereitschaft möglich ist. Keiner von uns weiß, wie sich das Feuerwehrwesen in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird. Jeder von uns weiß aber, dass die finanziellen Mittel auch beschränkt sein werden“, heißt es im Amtsblatt.

Rege Gespräche mit Gemeinderäten und Florianis

Der Ortschef verweist jedoch darauf, dass ein solches Projekt nur erfolgreich sein kann, wenn alle Beteiligten dafür sind.

Es gab bereits Gespräche mit den Rohrbacher Gemeinderäten und der Feuerwehr. „In einer sachlichen und höchst lebhaften Diskussion habe ich den Eindruck gewonnen, dass die mitdiskutierenden Gemeinderäte dafür wären, in solch ein anspruchsvolles und visionäres Projekt einzusteigen. Die Feuerwehr hat es allerdings kategorisch abgelehnt, weiter darüber zu sprechen. Das finde ich schade. Einer weiteren gemeinsamen Suche nach einem geeigneten Standort für das neue Feuerwehrhaus wird es aber nicht im Wege stehen“, so der Ortschef.

„Wäre mit Minderung der Leitung verbunden“ 

Feuerwehrkommandant Hannes Schneeberger begründet die Entscheidung wie folgt: „Wir haben uns dagegen ausgesprochen. Vordergründig, weil es großteils mit einer Leistungsminderung für unsere Feuerwehr verbunden wäre. Ein Haus am Ortsrand bedeutet längere Anfahrtszeiten für die Kameraden. Zwar wäre eine Senkung der Kosten ein attraktiver Aspekt, jedoch sollte die Schlagkraft nicht verringert werden und es würde früher oder später auf eine Fusion hinauslaufen, wodurch in weiterer Folge systematisch abgebaut werden würde.“

Zudem möchte der Feuerwehrkommandant nicht die menschliche Seite außer Acht lassen. „Jede Seite hat ihre Strukturen und Anschauungen. Bei zwei Wehren würde man am Detail scheitern. Trotz alle dem sind wir nach wie vor bestrebt, den Bau eines neuen Feuerwehrhauses im guten Einvernehmen mit allen Beteiligten zustande zu bringen“, so Hannes Schneeberger.

Marzer Feuerwehrchef sieht derzeit keine Veranlassung für Haus

Der Ortschef der Nachbargemeinde Marz, Gerald Hüller, zu dem Thema: „Wir haben in den letzten Jahren in die Erweiterung unseres Feuerwehrhauses in Marz investiert. Unsere Mannschaft als auch die Geräte sind sehr gut aufgestellt. Die Feuerwehr hat neben dem Schutz der Bevölkerung auch eine gesellschaftliche Stellung in der Dorfgemeinschaft.“

Für den Marzer Bürgermeister steht fest, dass man sich zunächst überlegen muss, welche Funktionen die Feuerwehr zukünftig haben wird und dies auch mit dem Land und der Bezirksfeuerwehr besprechen müsste.

„Mich hat der Rohrbacher Bürgermeister schon vor längerer Zeit darauf angesprochen“, so der Marzer Feuerwehrkommandant Fritz Vogler, der hinzufügt: „Ich sehe derzeit noch keine Veranlassung für ein neues Haus. Wir haben schon vor Jahren einen Zubau gemacht. Wenn wir ein gemeinsames Haus umsetzen würden, müssten zuvor noch etliche Fragen geklärt werden.“