Erstellt am 12. Juni 2014, 07:01

von Richard Vogler

„Ein lachendes und ein weinendes Auge“. Mattersburg / In den Adern von Sebastian Knöbl fließt brasilianisches Blut. Der Fußball-WM blickt er mit gemischten Gefühlen entgegen.

In Brasilien. Sebastian Knöbl besuchte bereits 20 Mal das Land seiner Mutter. Im Bild ist er mit Lebensgefährtin Julia Lotter.  |  NOEN, zVg
Der 22-jährige Sebastian Knöbl fiebert der Fußball-WM besonders entgegen. Zum einen war er selbst aktiver Fußballer (er kickte bei den SVM Amateuren), zum anderen stammt seine Mutter aus Brasilien.

Nur zwei Dinge: Musik und Fußball

Der Fußballweltmeisterschaft, die heute Donnerstag mit dem Spiel Brasilien gegen Kroatien startet, blickt er mit gemischten Gefühlen entgegen.

„Natürlich ist die Weltmeisterschaft für Brasilien eine tolle Sache. In diesem Land geht es vor allem um zwei Dinge: Um die Musik und den Fußball. Beide Elemente sind für die Mentalität der brasilianischen Bevölkerung sehr wichtig“, berichtet Knöbl.

Doch er weist auch auf die Kehrseite der Medaille hin: „Die Bürger zahlen extrem viel Steuern. Die Leute haben jedoch mittlerweile mitbekommen, dass nichts zurückkommt. In den öffentlichen Krankenhäusern gibt es zu wenig Betten, für die Bildung gibt es auch viel zu wenig Geld. Und die Infrastruktur bei der Verkehrssituation ist mehr als dürftig und die Korruption ist allgegenwärtig.“

Brasilien als Favorit auf den WM-Titel

Knöbl führt weiter aus: „Die Weltmeisterschaft hat soviel gekostet wie die drei vergangenen Turniere zusammen.“ Die Mutter von Sebastian Knöbl, Ceca Knöbl, stammt aus der brasilianischen Stadt Recife und lebt seit 22 Jahren in Österreich. Sebastian Knöbl hat bislang 20 Mal Brasilien besucht.

Was er an diesem Land so liebt? „Die Lebenseinstellung der Menschen ist positiv. Die Lebensfreude ist viel ausgeprägter als in Österreich. Die Menschen haben eine freundliche, herzliche, und positive Art.“

Geht es nach Knöbl, so gibt es nur eine Mannschaft, die den WM-Titel holen kann: „Brasilien. In der Defensive sind sie gut aufgestellt und in der Offensive bärenstark.“