Erstellt am 02. Juli 2014, 07:11

von Richard Vogler

"Eine Seele kann man nicht übersiedeln". Emotionale Diskussion: Jene, die auf die Fakten verweisen und jene, die sich für den Erhalt aussprechen.

Gespanntes Zuhören bei den Ausführungen beim Workshop. Foto: Vogler  |  NOEN, Vogler

Rund um die Diskussionen über das „Kulturzentrum Neu“ (entweder Sanierung oder Neubau) konnten Vorschläge und Anregungen von Interessierten per Mail eingebracht werden. Montag dieser Woche luden die Verantwortlichen zum „Workshop“.

Workshop glich einer Diskussionsrunde

Eines vorweg: Greifbare Ergebnisse kamen nicht heraus – der Workshop glich einer Diskussionsrunde, bei der Befürworter des Abrisses sowie Gegner ihre Argumente darlegten. Kulturlandesrat Helmut Bieler und Wolfgang Kuzmits legten ihren Standpunkt dar: Nach derzeitigem Stand der Dinge soll ein Neubau erfolgen, Bieler selbst ist jedoch auch „für jede Diskussion offen“.

Experten verwiesen darauf, dass das Gebäude nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen entspräche. Ziviltechniker Richard Woschitz berichtete, dass der „Brandschutz nicht mehr gegeben sei und die haustechnischen Anlagen nicht mehr zeitgemäß wären.“ Auf der anderen Seite jene Personen, die sich für eine Sanierung aussprechen - aufgrund der kulturgeschichtlichen und architektonischen Bedeutung soll das Gebäude auf jeden Fall erhalten werden.

Baubescheid wird online zu lesen sein

Architekt Herwig Graf zum Beispiel hielt fest, dass „dies eine emotionale Frage ist. Es geht hier nicht um juristische oder technische Fragen.“ Auch Neudörfls Bürgermeister Dieter Posch war vor Ort, sprach sich für eine Sanierung aus, was er wie folgt resümierte: „Eine Seele kann man nicht übersiedeln.“

Gegen Ende der Veranstaltung wurde der weitere Fahrplan festgelegt: Im September gibt es das nächste Meeting, bei dem anhand von Fakten rund um den Ist-Zustand erste, konkrete Schritte folgen sollen. Und auch der Forderung von vielen, den Baubescheid der BH zum aktuellen Zustand des KUZ (48 Punkte wurden dabei aufgelistet) zu veröffentlich, wird gefolgt: Dieser wird im Internet zu lesen sein.

Die Politik meldete sich ebenso zu Wort. ÖVP-Bezirksparteiobmann Christian Sagartz kritisierte die Vorgangsweise, wie die ganze Sache abgelaufen ist und SPÖ-Bezirksparteiobmann Christian Illedits ließ am Tag danach wissen, dass die „Diskussion jetzt sachlich geführt wird. Mit der Machbarkeitsstudie sollen jetzt die Pro und Kontras abgeklärt werden. Am Ende wissen wir jedoch auch, dass dies nicht nur eine Entscheidung von Zahlen ist, da es sich um ein historisches Kulturgut handelt.“