Erstellt am 23. November 2011, 00:00

„Eine besondere Sache“. RÜCKHALTEBECKEN / Für das Projekt – der Spatenstich erfolgte am Freitag – wurde mit 62 Grundstückseigentümern verhandelt.

Beim Spatenstich. Reinhard Wanka, der die Verhandlungen führte, mit Bauamtsleiterin Sonja Biricz.  |  NOEN
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VON RICHARD VOGLER

MATTERSBURG / Das Rückhaltebecken ist auf „Schiene“ – vergangenen Freitag erfolgte der Spatenstich. Um dies in die Wege zu leiten, war eine Menge Zeit für Gespräche erforderlich - mit insgesamt 62 Grundstückseigentümern musste verhandelt werden. Verantwortlich dafür waren Hans Koloszar und Reinhard Wanka. „Das war eine besondere Sache“, so Wanka, der im Burgenland und zum Teil in Niederösterreich beauftragt wird, wenn es um Grundstücksablösen geht.

Mehrere Verhandlungen mit  den Besitzern waren nötig

„Zum Teil mussten wir fünf, sechsmal mit den Besitzern verhandeln. Das war nicht einfach, das umfangreichste und schwierigste Projekt, das ich bislang abgehandelt habe.“ Der Gerersdorfer (Bezirk Güssing), hat einen engen Bezug zur Bezirkshauptstadt. „Ich bin im Zentrum von Mattersburg aufgewachsen. Dort, wo sich die ehemalige Fleischerei Morawitz befindet.“ Der nun 80-Jährige maturierte 1949 in Mattersburg, danach studierte er an der Universität für Bodenkultur. Anschließend verschlug es ihn in das Südburgenland, 1960 wurde er Direktor der Landwirtschaftlichen Fachschule in Güssing.

Für den Sachverständigen für die Bewertung von Liegenschaften war „es natürlich schön, dass ich wieder oft in Mattersburg war und mit alten Bekannten Kontakt hatte.“ Der Zweite im Bunde war Hans Koloszar. Die ersten Gespräche mit Grundstückseigentümern wurden bereits im Jahr 2007 geführt. „Es hat keine allgemeine Versammlung für alle gegeben. Jeden haben wir einzeln aufgesucht - des öfteren mehrmals“, berichtet Koloszar, auch für ihn war es ein außergewöhnliches Projekt. Am 1. Februar 2011 trat er in den Ruhestand, schon in der Pension wickelte er noch die letzten Gespräche ab.

Das Becken befindet sich am Stadtrand von Mattersburg: im Bereich bei der Wulka, der Schnellstraße und der Landesstraße, die nach Forchtenstein führt. Die Kosten betragen knapp zwei Millionen Euro, finanziert wird das Becken zu jeweils 40 Prozent vom Bund und vom Land sowie zu 20 Prozent von der Gemeinde. Bestandteil wird ein 287 Meter langer Damm sein. Der Hochwasserschutz wird 58.000 Quadratmeter groß und die Bauarbeiten werden im Frühjahr 2012 abgeschlossen sein. „In weiterer Folge wird es zu einer Bachdeckensanierung in der Innenstadt und zu Schutzmaßnahmen für Walbersdorf kommen“, so Bürgermeisterin Ingrid Salamon.