Erstellt am 06. Mai 2015, 10:46

von APA Red

Fünf Millionen veruntreut: Ex-Banker vor Gericht. In Eisenstadt muss sich heute, Mittwoch, ein ehemaliger Banker vor Gericht verantworten, weil er Geld von Kunden veruntreut und einen Schaden von mehr als fünf Millionen Euro angerichtet haben soll.

 |  NOEN, ROBERT PARIGGER (APA (Archiv/Parigger))
Dem bei seiner Festnahme im Jänner 2014 52-jährigen Mann wirft die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eine Vielzahl von Verbrechen vor - darunter Untreue und schweren Betrug.

Angestellter schädigte mehr als 50 Kunden

Weiters wird dem Ex-Banker das Verbrechen der Veruntreuung, der Urkundenunterdrückung sowie das Verbrechen der Urkundenfälschung und der betrügerischen Krida zur Last gelegt. Laut Landesgericht Eisenstadt umfasst die Anklage 62 Seiten.



Durch das Handeln des Angeklagten seien in einem Zeitraum von 17 Jahren insgesamt mehr als 50 Kunden der BAWAG PSK Filiale Mattersburg geschädigt worden.

Die Bank habe zwischenzeitlich Vergleiche mit sämtlichen geschädigten Kunden abgeschlossen und Entschädigungszahlungen an sie geleistet. Der Angeklagte aus dem Bezirk Mattersburg muss sich vor einem Schöffensenat verantworten.

Für Argentinien-Anleihenempfehlung geniert

Am späten Vormittag bekannte sich der 53-jährige vor dem Schöffensenat schuldig. Er habe Karten und Passwörter von Kollegen für die Malversationen genutzt, gab er vor Gericht zu.

Die Staatsanwältin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), die ihm u.a. Untreue, schweren Betrug und betrügerische Krida vorwirft, betonte zu Beginn der Verhandlung, kurz zusammengefasst, habe der Angeklagte Kundengelder verspekuliert - "und zwar ohne dem Auftrag der Kunden. Er hat viel können, aber nicht dürfen."

Motiv des 53-Jährigen sei gewesen, dass er sich geniert habe, Argentinien-Anleihen ein paar Jahre vor der Staatspleite des Landes Kunden empfohlen zu haben. Möglicherweise "war ich zu feige, für die Bekanntgabe, dass die Anleihe jetzt einen geringeren Wert hat", sagte er.

Die Staatsanwältin glaubte ihm nicht, dass dies der Grund gewesen sei. "Ich glaube, er hat in der Bank gesehen, dass man aus viel Geld noch mehr Geld machen kann". Er habe wie ein Spielsüchtiger investiert, gezockt und alles verloren.

900.000 Euro auf Konto in Amerika geparkt

Der 53-jährige habe laut Anklägerin eine "große Vertrauensstellung" gehabt. Er habe Konten für Kunden eröffnet, ohne dass sie davon wussten und immer wieder mit dem Verkauf von Wertpapieren versucht, Löcher auf Kundenkonten zu stopfen, die durch seine Spekulationen aufgetaucht seien.

Laut seinem Verteidiger habe er Kunden falsch beraten und versucht, den Schaden gut zu machen. Er sei dabei in eine Sache reingekommen, aus der er nicht mehr rausgekommen sei.

Rund 900.000 Euro soll der Angeklagte auf ein Konto in Amerika geparkt, aber schlussendlich auch verloren haben. Dieses Konto sei auf den Namen eines Freundes gelaufen. Selbst bereichert soll sich der Mann nicht haben, hielt sein Verteidiger fest. Der Prozess ist bis zum frühen Nachmittag angesetzt. Zeugen sollten noch befragt werden.