Erstellt am 18. Januar 2012, 00:00

Eisler: Ende für den Traditions-Heurigen. KEINE KONZESSION / Die Familie Eisler betrieb ihren Heurigen seit 1959. Erst vor zwei Jahren wurden 10.000 Euro investiert.

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON RICHARD VOGLER

NEUDÖRFL / Die alteingesessenen Heurigen gibt es nur mehr vereinzelt, viele der ehemaligen Buschenschänken werden als Heurigen-Restaurant betrieben. Mit einem der letzten „echten“ Heurigen in Neudörfl ist es nun auch vorbei: Der Eisler-Heuriger sperrte dieses Jahr nicht mehr auf. „Der Heurige wurde mit der Konzession meiner Ex-Frau geführt. Wir hatten eigentlich immer ein gutes Verhältnis, in letzter Zeit hat sie jedoch begonnen, immer mehr anzuschaffen. Schlussendlich hat sie sich entschlossen, nicht mehr die Konzession zur Verfügung zu stellen“, berichtet Franz Eisler junior. Doppelt bitter für die Familie Eisler: Infolge der neuen Raucherbestimmungen wurde vor zwei Jahren um 10.000 Euro eine Trennwand eingebaut.

Die Option, jemand anderen offiziell den Heurigen führen zu lassen, wurde nie in Betracht gezogen. „Wir waren immer ein Familienbetrieb. Das hätte sich finanziell gar nicht ausgezahlt, wenn ich jemand für 20 Stunden angestellt hätte“, berichtet die 73-jährige Anna Eisler, die seit den ersten Tagen des Heurigen die Gäste bedient hatte.

„Vierterln“ für die  Fernfahrer

 

„Wir haben immer eine Landwirtschaft gehabt. 1959 haben wir mit dem Heurigen klein begonnen, da gab es schon ab fünf Uhr in der Früh Vierterln und Schmalzbrote für die Fernfahrer“, erzählt Anna Eisler von den Anfängen – damals wurde noch im Wohnhaus ausgeschenkt. 1980 wurde in das „Stückl“ (zweites Wohnhaus) „übersiedelt“. Dort wurde der Heurige, wie ihn die Neudörfler kennen, erbaut. „Der leider verstorbene Pfarrer Gottfried Pinter hat uns das Kreuz gesegnet. Altbürgermeiser Josef Posch hat uns geholfen, dass wir den Kredit, den wir bereits zurückbezahlt haben, bekommen“, blickt Anna Eisler zurück. Mit dem Ende des Heurigen steht für Franz Eisler zwar nicht die Existenz am Spiel. „Ich bin schon in Pension, das Ganze schmerzt jedoch sehr. Ich bin im Heurigen aufgewachsen und habe seit meiner Kindheit mitgearbeitet“, so Franz Eisler abschließend.