Erstellt am 24. Juli 2013, 00:00

„Enormer Rechtsruck“. FPÖ-Austritte / Ein enormer Rechtsruck innerhalb des Landesparteivorstandes sind laut Peter Pregl und Ernst Gerdenitsch die Gründe für deren Rücktritte.

Ex-FPÖler. Peter Pregl (l.) und Ernst Gerdenitsch werden fortan als »wilde Mandatare« im Gemeinderat vertreten sein.  |  NOEN
Von Richard Vogler

MATTERSBURG / Wie die BVZ vergangene Woche berichtete, trat der gesamte Vorstand der Mattersburger FPÖ aus der Partei aus. Neben den Gemeinderäten Peter Pregl und Ernst Gerdenitsch (sie werden nun als wilde Gemeinderäte im Ortsparlament vertreten sein) trat auch Hermann „Jesse“ Wieseneder aus der Partei aus. Uwe Hauer ist zwar noch Parteimitglied, auch er wird sich nicht für eine Funktion im Vorstand zur Verfügung stellen.

Die Suche nach Nachfolgern wird sich schwierig gestalten, denn auch Personen, die an den vorderen Plätzen bei den Gemeinderatswahlen kandidierten, sind nicht mehr Parteimitglieder: Karin Taschner, Joe Bauer, Johannes Berger, Christian Wograndl oder auch Ben Perner.

„Es gab einen enormen Rechtsruck. Personen im Landesparteivorstand gehören Burschenschaften an oder pflegen Kontakte zur Jobbik Partei. Und dem jetzigen Landesparteivorstand fehlt es einfach an Klasse, die führenden Köpfe sind Beamte oder Parteiangestellte“, erläutert Pregl nun die Gründe für seinen Entschluss. Landesparteiobmann Hans Tschürtz nimmt Stellung: „Es ist nichts verwerfliches, wenn jemand Mitglied bei einer Burschenschaft ist. Dass jemand vom Landesparteivorstand Kontakte zur Jobbik-Partei hat, kann ich ausschließen“, so Tschürtz, der weiter festhält, dass „Pregl wegen der geheimen Wahl für die Nationalratswahl, bei der er nicht den gewünschten Listenplatz erhielt, verärgert ist.“

Der Frage nach den Gründen für die Austritte der anderen Parteimitglieder, weicht Tschürtz aus: „Ich habe mit allen persönlich gesprochen und es gibt noch immer eine gute Gesprächsbasis.“ Wie es nun mit der Mattersburger FPÖ weiter geht, ist offen. Konkrete Namen, wer in Frage kommt, will Tschürtz nicht nennen: „Es hat bereits Gespräche mit Parteimitgliedern gegeben, es kann aber auch sein, dass es neue Gesichter gibt. Uns drängt nichts und wir wollen keinen Schnellschuss.“