Mattersburg

Erstellt am 07. September 2016, 10:53

von Bettina Eder und Helga Ostermayer

Pfarrer Günter Kroiss verlässt Mattersburg. Pfarrer Günter Kroiss verlässt die Pfarre und blickt für die BVZ noch einmal auf seine Arbeit in Mattersburg zurück.

 |  BVZ

Pfarrer Günther Kroiss (45) verließ nun nach fünf Jahren die Pfarre, um sich seiner Arbeit bei der Caritas zu widmen. Auch seine pädagogische Tätigkeit an den Schulen legte er zurück.

BVZ: Wie haben Sie sich Ihre Arbeit als Mattersburger Pfarrer vorgestellt, als Sie 2011 gekommen sind?
Günther Kroiss: „Mattersburg war ja für mich kein Neuland. Ich war hier fünf Jahre im Gymnasium und dann war ich ab 1999 seelsorglich mit Mattersburg verbunden. Ich war Diakon, Jugendpfarrer, Aushilfspriester und über meine Projekte präsent. Ich wusste also, worauf ich mich hier einlasse.“

Was erfüllt Sie im Rückblick besonders mit Freude?
Für mich war es eine Ehre, eine so wichtige Pfarre im Burgenland leiten zu dürfen. Ich denke mit Freude an das gute Team im Pfarrgemeinderat zurück, an die schönen Erstkommunionen und die Stunden in der Schule. Die Pfarre hat bei der Betreuung der Armen und Benachteiligten sowie bei der Arbeit mit den Flüchtlingen oder der Unterbringung von Obdachlosen viel geleistet.“

"Pfarre hat viel geleistet"

Was wurde in der Zeit Ihrer Tätigkeit in Mattersburg bewegt, was verändert?
„Wesentlich war sicher die Kirchenrenovierung, die ich auch nutzen wollte, um die Pfarre ‚hinaus‘ zu bringen. Die vielen Gottesdienste an den verschiedenen Plätzen waren wirklich toll. Die Pfarre wollte ich in der Tradition meines Vorgängers Schügerl fortsetzen, um in der heutigen Zeit den Menschen den Glauben zu vermitteln.“

Was war Ihnen an der Arbeit besonders wichtig?
„Die Gespräche mit den Angehörigen anlässlich eines Todesfalles in der Familie – das war mir wichtig. Weiters, dass Kinder und Jugendliche die Vorbereitung zur Erstkommunion und Firmung nicht als Zwang erleben. Wesentlich war mir auch, dass die Pfarre für die Armen und Benachteiligten etwas tun muss – das darf und muss auch Geld kosten!“

Gibt es etwas, das nicht ganz nach Wunsch gelaufen ist?
„Leider konnte ich die Frage des Kindergartenneubaus nicht erledigen. Die schwindende Zahl der Gottesdienstbesucher und das Mehr an Kirchenaustritten hat sich auch unter meiner Zeit fortgesetzt.“

Was werden Sie vermissen und gibt es vielleicht auch etwas, das Sie nicht vermissen werden?
„Ich werde sicher die Lebendigkeit am Morgen vermissen – wenn 800 Kinder und Jugendliche täglich in das Gymnasium gehen, dann hat das schon eine positive Kraft.“

Was wünschen Sie der Pfarre Mattersburg für die Zukunft?
„Ich wünsche der Pfarre, dass sie Gott lebendig hält und die Armen nicht vergisst.“