Erstellt am 17. Januar 2015, 17:04

von APA/Red

Feier zum Dank für Helfer in Forchtenstein. An die erste Dezemberwoche 2014 dürften sich die Bewohner des Ortsteils Rosalia in Forchtenstein (Bezirk Mattersburg) noch länger erinnern. Fünf Tage mussten sie wegen vereister Bäume in den Häusern bleiben.

 |  NOEN, APA/Robert Jäger
Im Freien drohte Lebensgefahr. Am Samstag erwartete die Helfer ein "Dankeschön": Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) und Bürgermeisterin Friederike Reismüller (SPÖ) luden zu einer kleinen Feier.

Entspannt konnten die Einsatzkräfte diesmal im Gasthaus, nur wenige Meter vom Feuerwehrhaus entfernt, das dem Stab als Quartier gedient hatte, beisammensitzen. Die Bürgermeisterin sprach den Helfern Dank aus und berichtete von einem Schreiben, in dem sich auch die Bewohner der Rosalia bei allen bedankten.

Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Bundesheer, der Domäne Esterhazy und der Energie Burgenland sowie des Straßendienstes waren am mehrtägigen Einsatz beteiligt gewesen. Unterstützung sei auch von den Bezirkshauptmannschaften Mattersburg und Oberpullendorf gekommen. "Es hat super funktioniert", meinte die Bürgermeisterin, die auch den Bergepanzer-Einsatz des Bundesheeres erwähnte: "Wir hätten das sonst nicht geschafft, weil beim Hineinfahren (in die Sperrzone, Anm.) die Sicherheit nicht mehr gegeben war."

Auf eine Leinwand projizierte Aufnahmen riefen die Situation auf der Rosalia während der ersten Dezembertage in Erinnerung. Es habe "eigentlich ein Ausnahmezustand" geherrscht, sagte Landeshauptmann Niessl, der den Helfern ein "großes Danke" dafür aussprach, "dass jeder das Beste gegeben hat, dass Schaden von der Bevölkerung ferngehalten wurde."

Michael Sauerzapf, zum Zeitpunkt des Einsatzes Kommandant der Feuerwehr Neustift an der Rosalia, zog gegenüber der APA Bilanz: Rund 1.000 Arbeitsstunden wurden in diesen Tagen geleistet, Feuerwehrfahrzeuge legten insgesamt etwa 580 Kilometer zurück. Täglich hatten Feuerwehrleute die Bewohner der Rosalia besucht, um sich zu vergewissern, ob sie etwas brauchen würden.

Nach extremen Wetter mit starkem Nebel und Nieselregen bei Minusgraden waren Anfang Dezember Bäume und Sträucher auf der Rosalia mit einer fingerdicken Eisschicht überzogen. Äste, Gipfel und schließlich ganze Bäume hielten der Last nicht Stand und begannen, zu brechen oder umzustürzen. Das Geräusch des zerberstenden Holzes war schließlich alle paar Sekunden zu hören.

Am 1. Dezember war zunächst die Landesstraße auf die Rosalia nicht mehr passierbar, am Abend wurde auch die Verbindung vonniederösterreichischer Seite wegen der großen Gefahr gesperrt. In den folgenden Tagen waren Feuerwehrleute für die Eingeschlossenen die einzige Verbindung nach draußen. Als sich die Situation weiter verschärfte, boten schließlich nur mehr ein Bergepanzer und ein gepanzerter Lkw in der Gefahrenzone den erforderlichen Schutz. Mit dem Einsetzen des Tauwetters war die Gefahr rasch gebannt: Am Abend des 5. Dezember wurde die Sperre der Rosalia aufgehoben.