Erstellt am 15. Juli 2015, 10:41

von Richard Vogler

Mit Familie bald vereint. Vor einigen Tagen war er aufgrund von Krampfanfällen noch im Krankenhaus - ab dem 28. Juli ist er mit seiner gesamten Familie in Norwegen wieder vereint.

In freudiger Erwartung. Gerhard und Maria Trippold mit Adinasi, der wieder guter Dinge ist.  |  NOEN, Vogler
In der Mattersburger Angergasse sind seit einigen Wochen Flüchtlinge untergebracht. Für einen der zehn ist ein Happy End greifbar nahe – in wenigen Tagen wird der aus Somalia stammende Minderjährige mit seiner Familie vereint sein. Dabei musste man in den letzten Wochen um die Gesundheit von Adinasi bangen. Vor zweieinhalb Wochen, beim Benefizturnier „Kiwikicken“ in Wiesen, hatte er einen schweren Krampfanfall und musste mit dem Notarzt ins Krankenhaus transportiert werden. Zunächst war die Ursache der Krämpfe für die Ärzte unklar.

„Schreckliche Eindrücke vom Krieg“

Mit der Zeit trat Besserung seines Gesundheitszustandes ein und er konnte wieder entlassen werden. „Wie sich herausstellte, hatten die Krämpfe psychische Ursachen. Die schrecklichen Eindrücke vom Krieg und der Flucht waren der Auslöser“, berichtet Maria Trippold, die gemeinsam mit Mann Gerhard die Asylwerber betreut. Der Minderjährige ist mittlerweile wieder in der Angergasse und wird am 21. Juli seine Mutter wiedertreffen.

„Sie ist zur Zeit mit ihren anderen vier Kindern in Norwegen. Eine Woche später kann Adinasi dann mit ihr nach Skandinavien fliegen und ist dann mit seiner Familie wieder vereint“, berichtet Trippold. Ende März nahm sie Kontakt zu Wolfgang Hauptmann, Leiter der Grundversorgungsstelle der Landesregierung, auf. Bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft wurde sie schnell in der Angergasse fündig und mietete das Wohnhaus. „Dann ging alles sehr rasch. Am 4. Mai kamen die ersten Flüchtlinge“, erläutert Trippold.

Die Eingewöhnungsphase der Asylwerber aneinander gestaltete sich nicht einfach. „Das war von vornherein klar, da es doch verschiedene Nationalitäten sind. Mittlerweile verstehen sie sich jedoch sehr gut. Den Putzplan einzuhalten war für sie zu Beginn etwas schwierig.“ Gerhard Trippold unterstützt seine Gattin und ist „der Handwerker“, wie er sich selbst bezeichnet. „Ich bin wirklich sehr positiv überrascht, die Jungs sind sehr dankbar für alles“, erzählt Gerhard Trippold. Die Hilfsbereitschaft der Mattersburger ist sehr groß – immer wieder gibt es Anrufe von Menschen. „Bei der Nahrung ist den Asylwerbern am meisten geholfen, wenn man Reis oder Kartoffeln spendet. Sie würden jedoch auch Fahrräder, Schuhe oder auch Gewand benötigen“, erläutert Maria Trippold.

Sechs der Flüchtlinge in Jobprojekt

Einmal pro Woche gibt ein Student Deutschunterrricht und für sechs der Asylwerber wurde auch bereits Arbeit gefunden: Sie sind Bestandteil des Job-Projektes „work2getthere“, bei dem Möbel hergestellt werden (Anm.: Laut Gesetz können Asylwerber 110 Euro im Monat dazuverdienen). Mohammed, einer jener vier, die nicht in diesem Projekt integriert sind, bekräftigt, dass „wir sehr arbeitswillig sind.“

Von Seiten der Stadtgemeinde gibt es in diese Richtung Signale. „Bei der Stadtratsitzung war dies zuletzt ein Thema. Dazu gibt es jedoch noch einige Formalitäten, wie zum Beispiel die Versicherung, abzuklären“, berichtet Bürgermeisterin Ingrid Salamon.