Erstellt am 27. Januar 2016, 05:33

von Melanie Windbüchler

Flüchtlinge im Neudörfler Pfarrheim. Nach dem Verschwinden der afghanischen Flüchtlingsfamilie bewohnen seit voriger Woche neue Flüchtlinge das Pfarrheim.

 |  NOEN, Melanie Windbüchler

Seit kurzem wohnt im Pfarrheim eine afghanische Flüchtlingsfamilie – bestehend aus einem verheirateten Paar und dessen vier Kindern. Der Caritas-Arbeitskreis kümmert sich um die Familie, darunter befindet sich auch Renate Reinhalter: „Die Familie ist sehr nett und zuvorkommend, auch wenn sie kaum Deutsch oder Englisch sprechen. Vor allem die Kinder sind zum Küssen. Sobald wir das Heim betreten, laufen uns die Kinder vor Freude entgegen. Außerdem sagen sie bereits brav Bitte und Danke und grüßen uns“, so die Neudörflerin. Mit den ehemaligen Bewohnern sei diese Flüchtlingsfamilie nicht vergleichbar.

„Sie sind mit kaum etwas angekommen, im Gegensatz zu den verschwundenen Flüchtlingen. Diese hatten viel aus den Lagern mitgebracht, die neuen Flüchtlinge jedoch hatten nicht mal Unterwäsche dabei“, erzählt die Pfarrgemeinderätin. Man merke auch, dass die Familie noch nicht lange in Österreich ist. „Sie kamen direkt aus dem Lager in Unterpremstätten zu uns. Laut unserem Dolmetscher sind sie erst seit ein paar Monaten in Österreich. Die Eltern sind auch zurückhaltender, was auch verständlich ist, da sie kaum mit uns kommunizieren können“, so Remate Reinhalter.

„Vor allem die Mütter waren begeistert und überrascht"

Die Kinder jedoch sind aufgeschlossener. Zwei von ihnen besuchen seit diesem Montag die Volksschule und eines geht in den Kindergarten. Dort sind auch andere Eltern begeistert von dem Flüchtlingskind gewesen. „Vor allem die Mütter waren begeistert und überrascht, dass das Kind sofort mitgemacht und mit den anderen gespielt hat.“ Das jüngste Kind – zweieinhalb Jahre – ist noch bei den Eltern. Bisher waren sie noch nicht viel mit den Flüchtlingen unterwegs. Die Kinder sind jedoch bereits auf den Kindermaskenball, der am Sonntag im Martinihof stattfindet, eingeladen. „Auf den sind sie schon gespannt. Falls es ihnen zu viel wird, können sie nach Hause gehen. Immerhin ist der Martinihof gleich gegenüber vom Pfarrheim.“ Sachspenden braucht die Familie zurzeit keine. Sie sind gut versorgt, erzählt die Neudörflerin.

Sie hofft, dass diese Familie ihnen länger erhalten bleibt. Von den ehemaligen Bewohnern fehlt weiterhin jede Spur. Auch Renate Reinhalter weiß nicht, wo sie abgeblieben sind. „Ich werde von überall gefragt, kann aber keine Antwort auf die Fragen geben. Ich glaube, dass einfach die Schwangerschaft der Mutter die Weiterreise unterbrochen hatte. Nachdem sie ihr Kind auf die Welt gebracht hatte und alle Nachuntersuchungen stattgefunden haben, konnten sie weiter. Das durften sie auch, denn sie sind ja frei.“