Erstellt am 13. August 2014, 11:54

von Michael Kremser

NATURA-2000: Land gibt grünes Licht. Flächenumwidmung / Das umstrittene Naturschutzgebiet in Forchtenstein wurde nun auch vom Land zur Teilverbauung freigegeben.

Nun gab auch die burgenländische Landesregierung grünes Licht für die umstrittene Flächenumwidmung der Streuobstwiesen im Natura-2000-Gebiet in Forchtenstein.  |  NOEN, zVg

Die Gemeinde Forchtenstein entschied bereits bei der letzten Gemeinderatssitzung im Frühjahr über die umstrittene Umwidmung eines Teiles des Natura-2000-Gebiets in Bauland. Ende Juli gab nun auch die Landesregierung ihr O.K. zur Umwidmung des Areals in Forchtenstein. Grünen-Gemeinderätin Erika Weibl zeigt sich bestürzt: „Beton siegt über Natur - wieder einmal.“ Die Grünen setzen sich, seit Bekanntwerden der Pläne 2011, für den Erhalt des Naturschutzgebietes - dem Lebensraum der seltenen Zwergohreule - und damit gegen eine Verbauung ein. Aus der Gemeinde heißt es, dass lediglich ein geringer Teil der Fläche umgewidmet wurde, und der Rest als Naturschutzgebiet auf jeden Fall erhalten bleibt.

Andere Länder, andere Sitten!

In Kärnten, der zweiten Zwergohreulenregion Österreichs, geht man ganz andere Wege, weiß Grünen-Bezirkssprecherin Sonja Sieber zu berichten. 13 Gemeinden haben sich dort zusammengeschlossen, um optimale Lebensbedingungen für die Zwergohreule zu schaffen. Streuobstwiesen wurden neu angelegt, mehr als 600 Brutkästen wurden befestigt und es wurde ein Naturlehrpfad errichtet, um die Bevölkerung zu informieren.

„Hier sieht man, wie sensibel in Kärnten mit der Zwergohreule verfahren wird“, so Sieber, die weiter ausführt: „Man weiß um den besonderen Wert dieses Tieres und will das auch der Bevölkerung mit entsprechenden Maßnahmen näher bringen, während man hierzulande ihren Lebensraum sukzessive zerstört.“

Beschwerde bei EU-Kommission

In den letzten Jahren formierte sich die Bürgerinitiative „Wir haben’s eulig“, die mehr als 800 Unterschriften und etliche Erinnerungen bei der Gemeinde Forchtenstein gegen die geplante Verbauung einbrachte, zudem wurde eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt.

„Wir geben nicht auf und hoffen auf den Erfolg der EU-Beschwerde“, so die beiden Grünen zum Abschluss.