Erstellt am 17. Juli 2013, 00:00

FPÖ-Bosse kehren Partei den Rücken. Stadtpartei / Der gesamte Parteivorstand trat aus der Partei aus. Pregl und Gerdentisch fungieren nun im Gemeinderat als „wilde Mandatare“.

Gemeinsam weg. Stadtparteiobmann Peter Pregl (r.) und dessen Stellvertreter Ernst Gerdenitsch, der die vierte Periode für die FPÖ im Gemeinderat vertreten war.  |  NOEN, Foto: Vogler
Von Richard Vogler

MATTERSBURG / Mit Peter Pregl erfuhren die Freiheitlichen in den letzten Jahren einen regen Aufschwung. In den Gemeinden des Bezirks gab es neue Ortsgruppen, die Freiheitliche Jugend legte an Mitgliedern zu und bei den letzten Gemeinderatswahlen verfehlte man nur knapp ein drittes Mandat. In der Bezirkshauptstadt steht die Partei jedoch auf einen Schlag ohne Vorstand da, dieser trat geschlossen zurück.

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„Am 16. Juni gab es einen Ortsparteitag, wo es beschlossen wurde. Vergangenen Donnerstag habe ich bei der Mitgliederversammlung Landesparteiobmann Hans Tschürtz bekannt gegeben, dass der gesamte Vorstand zurücktritt“, hält Stadtparteiobmann Peter Pregl fest, der dies vergangene Woche mündlich bei der Gemeinde gemeldet hat und es diese Woche schriftlich auch der Landesorganisation bekannt gibt. Die Gründe? „Persönliche“, will Pregl (er trat vor einigen Wochen bereits als Bezirksparteiobmann zurück) nicht näher darauf eingehen, die auch der Walbersdorfer Ernst Gerdenitsch als Parteiaustritt nennt. Die Auswirkungen auf den Gemeinderat? Die FPÖ hat nun keinen Sitz im Ortsparlament mehr. Die beiden Mandatare Gerdenitsch und Pregl fungieren als „wilde Mandatare“ bis zu den nächsten Wahlen. Mit Gerdenitsch verlieren die Freiheitlichen ein FPÖ-Urgestein, das mehr als 20 Jahre Parteimitglied und vier Perioden im Gemeinderat vertreten war. Die Landes-und Bezirkspartei ist mittlerweile auf die Suche nach geeigneten Kandidaten für den Parteivorstand, Ergebnisse gibt es noch nicht. Stadtparteiobmann Herbert Schütz tut es „leid, zumal Peter ein Freund von mir ist. Die personellen Entscheidungen beim Landesparteivorstand sind die Gründe für seinen Rücktritt.“

Landesparteiobmann Hans Tschürtz reagiert erbost. „Diesen Schritt kann ich nicht verstehen, er hatte ein Problem mit seinem Listenplatz für die Nationalratswahlen.“