Erstellt am 08. Januar 2015, 05:54

von Helga Ostermayer

FPÖ will Grenze sperren. Landesparteiobmann Hans Tschürtz will nur mehr Anrainer über die Grenze fahren lassen, außerdem fordert er mehr Kontrolle durch die Polizei.

FPÖ-Landesparteiobmann Hans Tschürtz  |  NOEN

Seit längerer Zeit gibt es heftige Diskussionen bezüglich des ausufernden Pendler-Verkehrs aus Ungarn am Grenzübergang Schattendorf. Die SPÖ verfolgt nun den Plan, an Werktagen den Grenzübergang in der Zeit von 6.30 bis 8.30 Uhr generell zu sperren.

Diesem Ansatz kann FPÖ-Landesparteiobmann Hans Tschürtz, der selbst in der Nachbargemeinde Loipersbach wohnhaft ist, wenig abgewinnen. „Wer die Strecke zwischen Schattendorf und Agendorf kennt, der weiß, wie eng dieser asphaltierte ?Feldweg? ist, zwei Autos kommen hier kaum aneinander vorbei. Das hindert ungarische Pendler aus dem Raum Sopron aber keineswegs, diese Route immer stärker zu frequentieren“, stellt der Landesparteiobmann fest.

„Die Gemeinde Schattendorf wird durch diesen höchst unerwünschten Transitverkehr in unerträglichem Maße belastet, denn der Verkehr verläuft mitten durch den Ort. Die Menschen haben jedes Anrecht darauf, dass ihnen wirksam geholfen wird“,?so Tschürtz, der ein wie er sagt „prototypisches Versagen der Landespolitik“ ortet: „Die Problematik ist schon seit Langem bestens bekannt. Seit der Öffnung der Schengen-Grenze und der von uns kritisierten Ausdehnung der Arbeitnehmerfreizügigkeit auf Ungarn nimmt der Verkehr rasant zu. Der Weg über Schattendorf ist nun einmal die direkte Verbindung in Richtung Mattersburg und Wr. Neustadt.“

FPÖ will totale Sperre oder Polizeikontrollen 

Die FPÖ spricht sich für Nägel mit Köpfen aus und fordert entweder eine komplette Sperre des Grenzüberganges für Nicht-Anrainer oder zumindest umfassende Polizeikontrollen an der Grenze, um den Schleichweg durch den entstehenden Zeitaufwand und die Maximierung der Wahrscheinlichkeit, mit Verwaltungsstrafen belegt zu werden, für ungarische Pendler so unattraktiv wie irgend möglich zu machen.

„Eine rasche und effiziente Lösung der Verkehrssituation ist für die Landesregierung im Unterschied zu den angedachten Placebos jedenfalls ein Gebot der Stunde“, ? schließt Tschürtz.

Von einer Sperre der Grenze will der Schattendorfer SP-Bürgermeister Johann Lotter naturgemäß aber nichts hören.

„Das sind alles nur populistische Aussagen der FPÖ. Die Grenze wieder zuzusperren, das wollen wir auf keinen Fall. Davon war nie die Rede und es ist auch gar nicht möglich, weil es sich hier um ein von Schengen gefördertes Transboarder-Straßen-Projekt handelt. Uns geht es um den Schutz der Bevölkerung und dabei im Besonderen um den Schutz der Kinder“, betont Lotter.

Straße führt durch  sensible Bereiche

In Stoßzeiten zählt man rund 300 Fahrzeuge pro Stunde, die die kleine Grenzstraße beim Friedhof, die an sensiblen Verkehrsbereichen wie Kinderspielplatz, Volks- und Neue Mittelschule sowie Freizeitzentrum vorbeiführt, passieren.

Durch den starken Verkehr in Mitleidenschaft gezogen sind auch die Nachbargemeinden Loipersbach, Baumgarten und Draßburg, die mit Schattendorf an einem Strang ziehen.