Erstellt am 29. Juni 2011, 00:00

Gemeinde übernimmt die Postpartnerschaft. BÜRGERSERVICE / Da sich kein geeigneter Postpartner findet, will die Marktgemeinde Pöttsching das Postgeschäft übernehmen.

Postpartner. Nach dem Aus für die Postfiliale wird die Gemeinde Pöttsching den Bürgern wieder das Service der Post anbieten und übernimmt die Postgeschäfte. BVZ  |  NOEN
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VON HELGA OSTERMAYER

BEZIRK / Das große Postamtssterben hat die Filialen des Staatsbetriebes im Bezirk auf nunmehr zwei schrumpfen lassen, diese befinden sich in der Bezirkshauptstadt und im Kurort Bad Sauerbrunn.

In vielen Gemeinden haben sich Postpartner in Handelsbetrieben gefunden, die die Agenden der Post weiterführen. In der Marktgemeinde Pöttsching, deren Postamt auch schon seit einer Weile geschlossen ist, hat sich jedoch von den rund 15 Firmen, die in Erwägung gezogen wurden, keine gefunden, die das Amt des Postpartners übernehmen wollte. Nun greift die Gemeinde zur Eigeninitiative und bietet an, selbst als Postpartner zu fungieren.

Service für ältere und  nicht mobile Menschen

„Unser nächstes Postamt befindet sich in Bad Sauerbrunn. Wir haben einen Auftrag unserer Bürger zu erfüllen und wollen vor allem den älteren und nicht mehr so mobilen Menschen mit dieser Serviceleistung entgegenkommen. Das Postgeschäft soll als vollwertiger Postpartner - also auch mit Bankgeschäften - geführt werden“, so SPÖ-Bürgermeister Herbert Gelbmann bei der Gemeinderatssitzung vergangene Woche. Der Beschluss darüber wurde einstimmig gefasst.

Fest steht bisher nur, dass die Postpartnerfiliale an mindestens drei Tagen und 15 Stunden die Woche offen haben wird. „Man muss darauf achten, dass die Öffnungszeiten auch an die Berufstätigen angepasst werden, dass auch die ihre Post abholen, aufgeben oder sonstige Postgeschäfte abwickeln können“, stellt ÖVP-Vize Christian Sagartz fest.

Nun muss sich die Marktgemeinde erst einmal über genauere Details und den Standort den Kopf zerbrechen. „Nach einem Jahr soll eine Evaluierung erfolgen, dann wird man schon wissen, wie es läuft und ob sich das überhaupt für uns auszahlt“, so der Bürgermeister.

Das Projekt findet aber trotz einstimmigen Beschlusses nicht bei allen Gemeinderäten Anklang. Der SPÖ-Gemeinderat und Landessekretär des ÖGB Burgenlandes, Gerhard Michalitsch, der sich in seiner Gewerkschafter-Funktion für die Offenhaltung der Postämter im Land eingesetzt hat, meinte bei der Gemeinderatssitzung lakonisch: „Die Post füllt sich so die Säckel auf unsere Kosten an.“

In Neudörfl tut sich beim  Postpartner nichts Neues

In Neudörfl schaut es derzeit mit der Postamtssituation auch nicht gerade rosig aus. Postpartner Ewald Kaiser, der nach der Schließung des Postamtes die Postpartnerschaft inne hatte, wirft mit Ende Juni wieder das Handtuch. Seitdem die Post davon Kenntnis erhielt, ist sie auf der Suche nach einem neuen Postpartner - bisher aber ohne berichtenswerten Erfolg.

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Neudörfl hat schon einen  Kaufantrag eingebracht

 

„Es gibt Gerüchte, dass sich ein Interessent, der nicht aus Neudörfl stammt, als Postpartner im ehemaligen Postamt einmieten möchte“, berichtet Bürgermeister Dieter Posch, der zu diesem Thema auch nicht mehr weiß. Nur soviel: Die Gemeinde möchte das ehemalige Postamt gerne käuflich erwerben und hat diesen Antrag auch schon längst bei der Post eingebracht. Bis jetzt kam aber keine Antwort.

Wenn sich diese Angelegenheit nicht bald klärt, wird es auch für Sigleß eng, denn die Bewohner müssen dann entweder den Weg nach Matterburg oder nach Bad Sauerbrunn auf sich nehmen.