Erstellt am 16. März 2016, 05:24

von Judith Jandrinitsch

Genussquelle: Verdruss statt Genuss. ÖVP Bad Sauerbrunn ortet missbräuchliche Verwendung von Fördergeld. "Alles Unsinn" kontert der Bürgermeister.

Die Genussquelle, gleich neben dem Veranstaltungszentrum.  |  NOEN, Vogler

Es sollte das Vorzeigeprojekt der Kurgemeinde werden: Die Genussquelle, eine moderne Greißlerei, die abgefülltes Heilwasser, ortstypische Schmankerl und regionale Weine unter einem Dach anbietet. Um für eine professionellere Vermarktung des Heilwassers und eine Reduzierung des Schuldenstandes zu sorgen, wurde die Genussquelle vor einem Jahr in die Bad Sauerbrunner Kommunal GmbH eingegliedert, eine hundertprozentige Tochter der Gemeinde.

In der Gemeinderatssitzung im Dezember wurde ohne Zustimmung der ÖVP beschlossen, allfällige Verluste der Genussquelle aus dem Gemeindebudget abzudecken. Jetzt befürchtet die ÖVP, dass eine Bedarfszuweisung des Landes dafür verwendet wird, um mögliche Verluste aus der Genussquelle mit diesen Mitteln abzudecken.

Dieser Betrag, laut Auskunft der Gemeinde ca. 50.000 Euro, würde sich mit dem decken, was laut ÖVP an Verlusten der Genussquelle für 2015 zu erwarten sei. „Da werden Steuergelder zur Finanzierung eines privaten Verlustbetriebes, der bereits seit sechs Jahren negative Ergebnisse einfährt, verwendet. Das ist skandalös“, meint ÖVP-Obmann Ulrich Langthaler.

Bedarfszuweisung, um Tourismus anzukurbeln

Bürgermeister Gerhard Hutter (LIBS) findet eher die Interpretation der ÖVP skandalös und kontert: „Da vermischt die ÖVP wieder einmal Äpfel mit Birnen und verbreitet bewusst Halbwahrheiten. Wir haben eine Bedarfszuweisung vom Land bekommen, weil wir bemüht sind, touristische Projekte voranzubringen. Dass wir als Gemeinde die Genussquelle finanziell unterstützen, hat nichts mit dieser Bedarfszuweisung zu tun. Diese wird sicher nicht für die Genussquelle verwendet.“

Die Gemeinde steht nach wie vor hinter dem Projekt Genussquelle. Kommunal GmbH Geschäftsführer Gerald Söllner erklärt, dass die Bilanz für 2015 noch gar nicht vorliege. „Es wäre unseriös, jetzt schon irgendwelche Zahlen zu nennen“, meint er. Er gibt aber zu, dass das Ziel, kostendeckend zu arbeiten, für 2015 sicher nicht erreicht werden kann. Doch trotzdem seien Fortschritte erzielt worden. „Bevor wir die Genussquelle übernommen haben, gab es Riesenverluste. Im Moment schaut es so aus, dass wir diesen Verlust um die Hälfte reduzieren konnten“, führt Söllner aus und zeigt sich optimistisch, dass das Konzept der Kommunal GmbH in Zukunft aufgehen wird.