Erstellt am 30. Mai 2012, 00:00

Gewässeraufsicht gibt Entwarnung für Römersee. FALSCH GEMESSEN? / Laut EU-Prüfbericht wird die Wasserqualität des Römersees beanstandet. Land entkräftet den Vorwurf.

Gelassen. Bernhard Zezelitsch mit einer Wasserprobe des Römersees. Der Mattersburger geht seit seinem vierten Lebensjahr regelmäßig im Römersee Schwimmen und zeigt sich von den negativen Berichten unbeeindruckt.KATHARINA TSCHÜRTZ  |  NOEN
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VON KATHARINA TSCHÜRTZ

WIESEN/PÖTTSCHING / Die EU-Komission hat pünktlich zum Badesaisonstart einen Prüfbericht über die Wasserqualität der heimischen Badeseen veröffentlicht. Laut Bericht, der sich auf die Messungen der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) aus 2011 bezieht, erfüllen zwei burgenländische Gewässer nicht die erforderlichen Kriterien: der Römersee und der Zicksee.

Die Geschäftsführerin des auf Wiesener und Pöttschinger Hotter gelegenen Römersees, Margit Rass, zeigt sich mit gemischten Gefühlen: „Ich möchte zwar niemanden anschwärzen, aber die Proben wurden an einer falschen Stelle entnommen. Wir haben 40 Jahre lang gute Werte gehabt. Wenn es wirklich etwas zu beanstanden geben würde, hätte die zuständige Behörde bereits ein Badeverbot ausgesprochen, was nicht der Fall ist.“

Laut Aussage der Betreiberin wurde die Probe im Juli 2011 im Fischbecken entnommen und nicht am Badesee selbst. „Wir haben auf eigene Kosten eine Überprüfung in Auftrag gegeben und überlegt wie es zu so einem Wert kommen hat können, bis sich herausgestellt hat, dass falsch gemessen worden war“, erklärt Margit Rass.

Probe vom Fischbecken  und nicht vom Badesee

Die Bezirkshauptmannschaft und Herbert Szinovatz vom zuständigen Landesreferat für Gewässeraufsicht und Gewässerentwicklung bestätigen die Aussage der Geschäftsführerin. „Die Probe wurde an der Fischfütterungsstelle entnommen. Es wurde erneut eine Messung durchgeführt und eine Woche später kam dann die Entwarnung“, so Hauptreferatsleiter Szinovatz.

„Das Theater ist einfach unglaublich. Wir hatten 100 Anrufer, die wissen wollten, was da los ist. Teilweise war ich schon frustriert“, gesteht die Geschäftsführerin des Römersees und sie fügt hinzu: „Seit dem hänge ich jeden Wert aus, damit sich unsere Gäste selbst über die Qualität des Wassers überzeugen können. Der Bericht mit dem falschen Wert stammt aus dem Vorjahr. Durch die Veröffentlichung ist er aber rufschädigend für die neue Badesaison“, erklärt Margit Rass, die trotz anfänglichem Schock versucht, über den Dingen zu stehen.

Auch im Fall des Zicksees beanstandet der Bürgermeister von Sankt Andrä die Probenentnahme. „Die Probe wurde an einer falschen Stelle entnommen und nicht dort, wo es vom Land vorgesehen ist“, so Ortschef Erich Goldenitsch.

Peter Lachner von der AGES-Abteilungsleiter für Wasser und Hygiene erklärt die Situation wie folgt: „Die Proben wurden an der von der Landesregierung vorgegeben Stelle entnommen und sind somit nicht falsch. Jedoch eine einmalige Überschreitung sagt nichts über die Qualität des Badesees aus. Die Nachuntersuchung hat ergeben, dass das Wasser in einem sehr guten Zustand ist. Die EU nimmt den schlechtesten Wert her. Daran können wir nichts ändern.“