Erstellt am 18. Juni 2014, 12:52

von Helga Ostermayer

Grabsteine aus dem 12. Jahrhundert. Bei den Renovierungsarbeiten an der Mattersburger Stadtpfarrkirche wurde unter der Sakristei eine Grabkammer gefunden.

Geschichtlicher Wert. Die Steine dürften von einem Gebeinhaus der Romanik stammen. Sie sind anhand ihrer Struktur aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Foto: Kremser  |  NOEN, Kremser
Bei Renovierungsarbeiten an der Stadtpfarrkirche ist man unterhalb der alten Sakristei auf einen Hohlraum gestoßen. Darin wurden alte, zerbrochene Grabsteine gefunden, die aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammen dürften.

Zufälliger Fund bei Herausreißen eines Holzfußbodens

Der Fund belegt, dass es bereits vor dem Bau der Kirche ein Bauwerk an dieser Stelle gegeben hat. Die verborgene Grabkammer unter der Kirche wurde zufällig beim Herausreißen des alten Holzfußbodens in der Sakristei entdeckt.

Aus dem rund 20 Quadratmeter großen Hohlraum wurden die zerbrochenen Grabsteine und Überreste einer Skulptur oder Säule geborgen. Es dürfte sich um ein Gebeinhaus der Romanik handeln, in dem Gebeine der Friedhöfe gelagert waren.

„Die Steine dürften anhand ihrer Struktur aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammen. Das ist Beweis dafür, dass es hier bereits vor dem Bau der Kirche ein Bauwerk oder einen Friedhof gegeben hat. Das hat vor allem einen geschichtlichen Wert“, sagt der Baukurator der Diözese Eisenstadt, Markus Zechner.

Größte Aufmerksamkeit auf Sanierung des Kirchturms

Die gotischen Grabsteine werden gereinigt und zusammengesetzt. Das Loch soll danach wieder zugeschüttet werden. „Wir werden uns damit begnügen dieses zu dokumentieren. Im Bewusstsein, dass es hier vorhanden ist, kann es ja zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal eine Maßnahme geben. Ich sehe derzeit keine Möglichkeit, dass wir dieses Projekt heuer noch umsetzen“, so Zechner.

Seit Anfang Mai wird die Pfarrkirche St. Martin in Mattersburg komplett saniert. Im Inneren werden diverse Leitungen neu verlegt, eine neue Lautsprecheranlage installiert und alles neu ausgemalt. Zudem ist ein Restaurator gerade dabei, alte und inzwischen vergessene Wandmalereien wieder zum Vorschein zu bringen.

Im Außenbereich gilt die größte Aufmerksamkeit der Sanierung des Kirchturms. Die umfassenden Arbeiten, mit Kosten von rund 600.000 Euro, sollen im September abgeschlossen sein.

In der Zwischenzeit finden die Gottesdienste an öffentlichen Plätzen, in der Bauermühle und in Gasthäusern statt.