Erstellt am 06. April 2016, 05:44

von Judith Jandrinitsch

Grenzfrage: Scheiden ist teuer. Das Thema "Gebietsabtretung Keltenberg" ist für die Bürgerinitiative BIKuS im Moment so aktuell wie schon lange nicht.

 |  NOEN, zVg

Im Jahr 2012 trat die Bürgerinitiative Keltenberg und Bad Sauerbrunn, kurz BIKuS, erstmalig bei den Gemeinderatswahlen an und errang auf Anhieb zwei Mandate. Das Ziel der BIKuS ist seit dem das gleiche geblieben: Die Loslösung des Keltenberges aus dem Gemeindegebiet von Pöttsching und die Eingliederung in das Gemeindegebiet von Bad Sauerbrunn. „In Bad Sauerbrunn haben wir unseren Lebensmittelpunkt, für Pöttsching sind wir nach wie vor die Zwergerl hinterm Bergerl“, meint Sprecher Johann Vodicka.

Die Diskussion um eine Neuziehung der Ortsgrenzen zwischen Pöttsching und Bad Sauerbrunn begann schon vor dem Antreten der BIKuS 2012.

Jetzt kommt wieder Bewegung in die Sache, pilgerten doch Bürgermeister Herbert Gelbmann (SPÖ) und sein Amtskollege Gerhard Hutter (LIBS) aus Bad Sauerbrunn Anfang März zu Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ), um über eine mögliche Abtretung des Keltenberges zu sprechen.

Thema kocht auf

Doch so einfach ist die Sache nicht. „Es geht ja nicht nur um den Keltenberg, sondern auch um den Römersee und einige Straßen, die sich direkt in Bad Sauerbrunn befinden, hottermäßig aber zu Pöttsching gehören“, gibt Gelbmann zu bedenken. In der Gemeinderatssitzung kochte das Thema wieder hoch. Vizebürgermeister Guido Steiger (SPÖ) warf Johann Vodicka Unsachlichkeit und Emotionalität vor, weil Vodicka die SPÖ in einer BIKuS-Aussendung als eine Partei bezeichnete, wo „Politdämagaogen“ und „Hardliner“ am Werk wären.

Vodicka erklärt: „Wir wollen einfach nur Klarheit darüber, ob eine Abtretung des Keltenberges zugunsten Bad Sauerbrunns möglich ist oder nicht. Dieses ewige Hin- und Her entspricht nicht meiner Vorstellung einer gelebten Demokratie“. Das Land empfiehlt den beiden Gemeinden, sich einmal darüber im Klaren zu werden, ob eine Hotterbereinigung für beide Seiten vorstellbar ist. Denn eine Scheidung kostet Geld, und die Abtretung von Gemeindegebiet erst recht. „Es geht um Ertragsanteile, um die gesamte Infrastruktur, kurz gesagt um jede Investition, die die Gemeinde getätigt hat“, erklärt Stefan Kroyer von der Landesregierung. Die Gemeinde Pöttsching hat dem Land bereits Zahlen als Diskussionsgrundlage übermittelt. Amtskollege Gerhard Hutter will seine Zahlen in den kommenden Tagen nachliefern. Die Grundfrage bleibt aber für Hutter: „Können wir uns das leisten und will Pöttsching die fraglichen Gebiete überhaupt hergeben?“