Erstellt am 26. Oktober 2014, 05:46

Hackl: Besonderheiten eines Menschenlebens. Erich Hackls Erzählungen stellen politisch Verachtete, Verstoßene und Verfolgte in den Mittelpunkt. Kommenden Mittwoch gastiert er in Mattersburg.

Authentische Fälle. Erich Hackls erzählt aus dem wahren Leben.  |  NOEN, PEDRO TIMON SOLINIS

„Dieses Buch gehört meiner Mutter“ heißt der Band, der das Leben einer einfachen Frau in Österreich beschreibt, eine Bauerntochter im Unteren Mühlviertel, einem entlegenen Hügelland nördlich der Donau, nahe der tschechischen Grenze.

Authentische Fälle als Grundlage

In einer kunstvoll einfachen Sprache erfährt man von einer vergangenen Welt mit ihren farbigen Bildern und Geschichten. In Hackls Vergegenwärtigung ist diese Welt alles andere als idyllisch, immer aber wird die Würde und Besonderheit eines Menschenlebens bewahrt.

Erich Hackls Erzählungen, übersetzt in 25 Sprachen, liegen meist authentische Fälle zugrunde, meist Lebensläufe politisch Verachteter, Verstoßener, Verfolgter: zum Beispiel die Geschichte eines im Konzentrationslager ermordeten Roma-Mädchens (Abschied von Sidonie) oder die Geschichte von Gisi Tenenbaum, einer der Tausenden Verschleppten der argentinischen Militärjunta (Als ob ein Engel).

Hackl schreibt gegen das Vergessen an, er schreibt nicht nur für seine Leser, sondern stets auch für die Menschen, über die er schreibt.

Freier Schriftsteller in Madrid und Wien

Erich Hackl wurde 1954 in Steyr in Oberösterreich geboren. Er studierte Germanistik und Hispanistik und arbeitete ein paar Jahre lang als Lehrer und Lektor. Seit langem lebt er als freier Schriftsteller, Publizist und Übersetzer in Madrid und Wien.

Seinen zahlreichen Büchern und Erzählungen, die in 25 Sprachen übersetzt wurden, liegen authentische Fälle zugrunde. Hackl hat für seine Werke zahlreiche Auszeichnungen erhalten

Am Mittwoch, 29. Oktober, 19 Uhr, im Literaturhaus Mattersburg, Rathaus, Brunnenplatz 4, 1. Stock. Achtung neue Telefonnummer: 0699/11970667.