Erstellt am 12. September 2012, 00:00

Grüne bemühen Volksanwaltschaft wird eingeschaltet. Causa Zwergohreule / Sonja Sieber und ihr Team wollen Umwidmung verhindern. Vizebürgermeister Josef Hammer will nichts verschenken.

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FORCHTENSTEIN / Schon seit längerem steht im Raum, dass ein sieben Hektar großes Gebiet in Forchtenstein in Bauland umgewidmet werden soll. Das Projektgebiet befindet sich im Randbereich des Natura 2000-Gebietes „Mattersburger Hügelland“, in dessen nördlichem Anschluss sich eines der Kerngebiete der geschützten Vogelart befindet.

Die Grünen richteten deshalb schon im Vorjahr eine diesbezügliche Petition an das Umweltministerium. Aus Wien kam, laut den Umweltschützern, eine klare Stellungnahme zurück, aus der hervorgeht, dass eine Umwidmung des Gebietes in Bauland dem EU-Recht widersprechen würde. Sollte die Gemeinde Forchtenstein zuwider handeln, wollen die Grünen eine EU-Beschwerde einbringen. „Kurzsichtige Entscheidungen, die Einzelnen Vorteile verschaffen, werden auf Kosten natürlicher Lebensräume von Tieren getroffen“, steht in einer Grünen-Aussendung.

Was ist damit konkret gemeint? „Vizebürgermeister Josef Hammer besitzt dort ein Grundstück. Er würde aus einer Umwidmung Profit ziehen“, erläutert Grünen-Bezirkssprecherin Sonja Sieber. Der Grüne Forchtensteiner Spitzenkandidat Norbert Leitner will daher eine Sachverhaltsdarstellung an die Volksanwaltschaft nach Wien schicken. Vizebürgermeister Josef Hammer sagt: „Ich besitze dort ein 1700 Quadratmeter großes Grundstück, das zu einem Drittel im Aufschließungsgebiet liegt. Nur weil ich Gemeindevertreter bin, kann ich meine privaten Grundstücke nicht verschenken, damit ich nicht angreifbar bin.“ Laut Hammer gebe es in diesem Gebiet keine Brutplätze für Zwergohreulen. „Ich würde mich gerne mit dem Forchtensteiner Grün-Kandidaten zusammensetzen und diese Sache diskutieren“, so der Ortsvize.