Mattersburg

Erstellt am 14. September 2016, 07:14

von Michael Kremser

Schülerhilfe: Pilotprojekt mit Erfolg. Der Verein „2getthere“ startete im Vorjahr gemeinsam mit der HAK Mattersburg ein in Burgenland einzigartiges Sozialprojekt.

Erfolgsteam. „2getthere“-Gründer Günther Kroiss, Jugendzentrumleiter Philipp Renisch, Caritas-Direktorin Edith Pinter, Bürgermeisterin Ingrid Salamon und HAK/HAS Direktor Andreas Hackstock.  |  BVZ, Kremser

Seit dem Schuljahr 2015/2016 betreibt der Verein „2getthere“ zusätzlich zur Nachhilfeinitiative – die vor mittlerweile 16 Jahren vom ehemaligen Stadtpfarrer und Jugendseelsorger Günther Kroiss gemeinsam mit Schülern der HAK/HAS Mattersburg ins Leben gerufen wurde – Schulsozialarbeit in der Bundeshandelsakademie.

„Im Rahmen der Sozialarbeit treten wir aktiv an Schüler heran und wollen dabei helfen, sozialer Ungleichheit von Beginn an entgegenzuwirken und Lerndefizite zu mindern“, erklärt Philipp Renisch, Leiter des Lerncafés und des Jugendzentrums Mattersburg, die zwei Hauptsäulen der Problembehandlung. Mit dem Projekt „learn2getthere“ soll eine Kombination von Nachhilfe und Sozialarbeit die Schüler und Lehrer unterstützen. An fünf Tagen in der Woche sind Renisch und ein Zivildiener der Caritas als Ansprechpersonen für Schüler und Lehrer in der Schule anwesend und gehen aktiv auf die jungen Menschen zu, um so mögliche Problemfälle bereits frühzeitig erkennen zu können und eine Hilfe zu geben. Initiiert wurde dieses Projekt von Direktor Andreas Hackstock. „Bereits in den ersten Wochen werden jene Schüler herausgefiltert, die es bei fehlenden Kompetenzen zu unterstützen gilt – Prävention ist ein zentraler Gedanke, den wir mit diesem Projekt verfolgen“, so Hackstock, der weiter erläutert:

Soziale Problematiken mindern Schulerfolg

„Die Erfahrung hat gezeigt, dass bei etlichen Schülern die fachlichen Kompetenzen für einen Schulerfolg ausreichend sind, dem entgegen stehen aber oftmals außerschulische, soziale Problematiken, wie zum Beispiel schwierige Familienverhältnisse, Wohnungslosigkeit oder Armut, die den erfolgreichen Abschluss des Schuljahres negativ beeinflussen.“ Hier setzt Renisch an: „Wir führen gemeinsam mit den betroffenen Jugendlichen Gespräche, um die Ursachen zu klären und Lösungsansätze sowie Bewältigungsstrategien zu entwickeln“, so der ausgebildete Sozialarbeiter. Burgenlandweit ist das Projekt zurzeit noch einzigartig. Und die Bilanz ist durchaus positiv: Ein Schüler konnte die Semesterprüfung positiv absolvieren, sechs Semesternoten konnten positiv ausgebessert werden, zwei von drei Schülern wurde zu einer positiven Abschlussnote verholfen werden und bei diversen Konflikten innerhalb der Klasse konnte vermittelt werden. Unterstützt wird das Projekt, das vor allem durch Spenden und Benefizveranstaltungen finanziert wird, auch von der Stadtgemeinde Mattersburg und der Caritas Burgenland.