Erstellt am 22. Juni 2011, 00:00

Handy-Ausfall: Kunde will T-Mobile klagen. FEHLER PASSIERT /  Wolfgang Windberger will sich die entstandenen Kosten zurückholen. T-Mobile schlägt Kulanzweg vor.

Senderausfall. Wolfgang Windberger (3. von rechts) hat einen Anwalt beauftragt. Er will die anteilige Handy-Grundgebühr sowie weitere Auslagen zurückerstattet haben.ZVG  |  NOEN
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VON HELGA OSTERMAYER

FORCHTENSTEIN / Ein T-Mobile- Kunde auf der Rosalia, dessen Handyempfang elf Tage lang wegen eines Senderausfalls gestört war (die BVZ berichtete darüber), will jetzt vor den Kadi ziehen, um seine bereits bezahlte anteilige Grundgebühr für diese elf Tage zurückzuholen.

Zur Vorgeschichte: Etwa 150 T-Mobile-Handykunden auf der Rosalia, die meisten davon haben ihr Festnetz schon abgemeldet, standen elf Tage lang wegen eines Senderausfalls – der einzige Anbieter auf der Rosalia ist T-Mobile – ohne Handyverbindung da. Trotz hunderter Urgenzen geschah von Seiten von T-Mobile nichts. Der Handynetzanbieter reagierte erst, als sich die BVZ einschaltete, und ließ den Sender reparieren.

Der Kunde rief, nachdem der Sender nach elf Tagen wieder intakt war, bei der Service-Hotline von T-Mobile an und erkundigte sich wegen Rückerstattung der Grundgebühr für diesen Zeitraum. „Ich erhielt die Auskunft, dass es von T-Mobile bei Senderausfall keine Reduktion der Gebühr oder etwaige andere Entschädigungszahlungen gibt“, so Wolfgang Windberger. Er fährt fort: „Ich würde das eventuell verstehen, wenn ein Gebrechen seitens des Anbieters innerhalb von ein oder zwei Tagen repariert ist.“ Er ist überzeugt, dass in diesem Fall T-Mobile aber grob fahrlässig gehandelt hätte, da vom betroffenen Ortsteil täglich mehrere Meldungen sowohl in mündlicher als auch in schriftlicher Form bei T-Mobile gemacht, aber allesamt vom Handyanbieter ignoriert wurden. „Die Entschuldigung und Ausrede auf einen nicht festzustellenden Defekt kann man aber meiner Meinung nach hier aufgrund der an die hundert Mal – von mir alleine 15 Mal – getätigten Anrufe und Faxe beim Handyanbieter T-Mobile in den elf Tagen nicht gelten lassen“, ist Windberger überzeugt. Er meint: „Es ist für einen Anbieter sehr lukrativ, Sendeanlagen ausfallen zu lassen und die Grundgebühren trotzdem in voller Höhe zu kassieren.“

Mit dem Auto zum  Ort mit Empfang

Der Kunde musste während der elf Tage Sendeausfall einiges an Mühen auf sich nehmen, um mit dem Handy telefonieren zu können. „Um abends Handykontakt zur Außenwelt zu haben und um zu sehen, wer auf meinem Handy angerufen hat, war ich gezwungen, mit dem Auto zwei bis drei Mal zu einer Stelle auf der Rosalia zu fahren, wo Empfang herrschte“, beschreibt Windberger, der auf diese Weise mit seiner körperlich behinderten Mutter kommunizieren musste, die Situation. Aus diesem Grund forderte der Kunde von T-Mobile per Fax Kilometergeld ein, das aber sogar schriftlich, wie er sagt, abgelehnt wurde. Jetzt reicht es dem Kunden. Windhofer hat die Angelegenheit seiner Rechtsschutzversicherung übergeben, die nach einer Prüfung erklärte, dass sie seitens der Versicherung die Deckung von Rechtsanwalts- und Gerichtskosten übernehmen wird.

„Ich habe mit Rechtsanwalt Dr. Willi Stampf in Mattersburg Kontakt aufgenommen. Er wird nach Kenntnis der Sachlage meine Forderungen gegenüber T-Mobile wenn nötig auch vor Gericht vertreten“, so Wolfgang Windberger.

Die Firma T-Mobile sieht (erst nachdem die BVZ urgierte) die Fehler, die ihr hier unterlaufen waren, ein, und schlägt Wolfgang Windberger eine Einigung auf Kulanzweg vor. „Wir sind bereit, dem Kunden bei der Handy-Rechnung mit 100 Euro entgegen zu kommen. Auf Rückerstattung der gefahrenen Kilometer hat er jedoch keinen Anspruch. Wir zeigen uns deshalb so kulant, weil wir Herrn Windberger als guten Kunden nicht verlieren wollen, äh, wir können ihn ja gar nicht verlieren, weil wir der einzige Handyanbieter auf der Rosalia sind“, so Christina Laggner von der T-Mobile Pressestelle.

Wolfgang Windberger sind die gebotenen 100 Euro Gutschrift zu wenig. Er hat vor, am Freitag Klage einzureichen.