Erstellt am 15. Juni 2011, 00:00

Handymastbau gestoppt. KEINE BAUVERHANDLUNG / Die Frist der Zusage vom Grundstückseigentümer (ÖBB) für den Handybetreiber ist abgelaufen.

Ortschefin Salamon: »Wir haben immer alle Rechtsmittel ausgeschöpft, um diesen Mast zu verhindern.«  |  NOEN
x  |  NOEN

VON RICHARD VOGLER

MATTERSBURG / Die Bemühungen der Anrainer und der Stadtgemeinde sind von Erfolg gekrönt: Der bevorstehende Bau des Handymasts am Grundstück der ÖBB bei der Neubaugasse wurde gestoppt. „Die Bauverhandlung wird nicht abgehalten. Die Frist der Zusage vom Grundstückseigentümer, der ÖBB, für den Handybetreiber ist abgelaufen“, berichtet SPÖ-Bürgermeisterin Ingrid Salamon und führt weiter aus: „Die Stadtgemeinde hat alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft, was anscheinend nun von Erfolg gekrönt war. Aktueller Stand ist also, dass der Handymast nicht gebaut wird. Wie sich die ÖBB in Zukunft verhält, wird sich zeigen.“ Die ÖBB bestätigt die ganze Sache: „Die Österreichischen Bundesbahnen als Grundeigentümer verfolgen in der Causa keine weiteren Interessen des Mobilkomanbieters“, berichtet Pressesprecher Mario Brunnmayr. Über die Gründe will man keine Auskunft geben.

Pläne für den Handymast  bereits seit 2006

 

Johann und Christine Fisch starteten eine Unterschriftenaktion in der Nachbarschaft gegen den Funksender. „Super! Da sieht man, wenn sich Bürger zur Wehr setzten, dass man sehr wohl etwas erreichen kann“, freut sich Johann Fisch, nachdem er erfuhr, dass das Projekt eingestellt wurde. Bereits 2006 hat die A1 Telekom Austria um eine baubehördliche Bewilligung eines 28 Meter hohen Sendemasts inmitten eines Wohngebietes in der Stadt Mattersburg angesucht. Im Mai 2011 erhielten vier Anrainer eine Ladung zur Bauverhandlung am 17. Juni, die nun abgesagt wurde. Neben der Unterschriftenaktion sammelten Christine und Johann Fisch auch Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen von Handymasten. „Wir haben durch die Unterschriftenaktion sehr viel Zuspruch bekommen“, fühlt sich Johann Fisch bestätigt.

ÖVP-Vize Michael Ulrich hält in einer Presseaussendung fest: „Der Gemeindepolitik sind in solchen Fällen die Hände gebunden. Dass dieses Projekt gestoppt werden konnte, war nur Glück und Zufall. Ich setze mich daher dafür ein, dass Gemeindepolitikern für solch umstrittene Projekte ein Vetorecht eingeräumt wird, um die Anliegen der Bevölkerung zu schützen“, so Vizebürgermeister Ulrich.