Erstellt am 18. Januar 2012, 00:00

Hochzeitsreise am Chaos-Schiff. UNGLÜCK VOR DER KÜSTE / Schwangere Draßburgerin und ihr Neo-Gatte retteten sich durch einen Sprung ins Wasser.

Die Kreuzfahrt von Savona aus über Barcelona, Palma de Mallorca, Cagliari, Palermo, Rom und zurück nach Savona endete am letzten Abend mit einem dramatischen Schiffsunglück vor der Küste Italiens. Dieses Foto machte Passagier Stefan Haller. Der gebürtige Burgenländer war in der Vorwoche ebenfalls an Bord des gekenterten Kreuzfahrtschiffes.STEFAN HALLER  |  NOEN
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ITALIEN / BEZIRK / Es war am Freitagabend der Vorwoche, als das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ vor der Küste der Toskana auf Grund lief. Das Unglück kostete zumindest sechs Menschen das Leben; bis Redaktionsschluss galten noch weitere Passagiere als vermisst.

Der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes betont zwar seine Unschuld, ihm könnte jetzt dennoch ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung drohen, denn das Schiff soll zu nahe an die Küste gesteuert worden sein. An Bord der „Costa Concordia“ befanden sich 3200 Urlauber – darunter auch Burgenländer, die sich im Gespräch mit der BVZ an das folgenschwere Unglück erinnern.

Mit an Bord war auch eine 22-jährige Draßburgerin (Name der Redaktion bekannt), die 2007 im Mattersburger Gymnasium maturiert hatte, und seitdem in Wien lebt. Die im sechsten Monat Schwangere verbrachte mit ihrem Mann auf dem Schiff die Hochzeitsreise . Nach dem Unglück sprang das frischgetraute Ehepaar sehr bald vom Schiff. Zum Glück konnten sie rasch aus dem Wasser gerettet werden. Bei dem Sprung erlitten sie zwar Abschürfungen, aber sie sind bereits wieder zuhause und wohlauf.

Anfang März 2011 war Anna Koch, Pensinistin aus der Gemeinde Wiesen auf der Costa Concordia: „Es war eine Traumreise und alles war 100 prozentig durchorganisiert.Während der zwölf Tage auf dem Schiff haben wir dreimal für den Ernstfall geübt. Wie wir uns verhalten müssen, falls wir untergehen. Ich hab zu meinem Gatten gesagt, dass es uns noch einmal leisten werden. Nachdem ich vom Schiffsunglück in Italien gehört habe, habe ich jedoch meine Meinung geändert. Wir hatten aber einen anderen Kapitän und eine andere Crew. Die Angst ist nun halt dabei. Ich muss ehrlich sagen, wenn ich es mir auch leisten kann, würde ich es derzeit nicht mehr machen.“