Erstellt am 03. Februar 2016, 05:58

von Peter Wagentristl

Homepage lahm gelegt. Die Homepage der Gemeinde Zemendorf-Stöttera war nach einem Angriff von unbekannten Hackern einen halben Tag nicht erreichbar. Bisher ist kein Schaden bekannt.

Die Ermittlungen der Polizeiinspektion Bad Pirawarth im Fall eines Internetbetruges führten zum Erfolg.  |  NOEN, Venutra/shutterstock.com

Da staunten die Besucher der Gemeinde-Homepage von Zemendorf-Stöttera nicht schlecht: Anstatt hilfreicher Informationen für Einwohner und Veranstaltungsankündigungen war nur das Logo einer Hacker-Gruppe und deren politische Inhalte zu sehen.

Orts-Vize: „Schock war groß“

„Im ersten Moment war der Schock natürlich groß“, erklärt Vize-Bürgermeister Johann Gutleben gegenüber der BVZ. Er kann jedoch auch beruhigen: „Eigentliches Ziel des Angriffs war nicht die Gemeinde per se, sondern die IT-Firma“, auf deren Server sich die Gemeindehomepage befindet und die auch etwaige Wartungen der Seite übernehme.

Daher kann davon ausgegangen werden, dass beim Online-Angriff kein direkter Zusammenhang mit der kleinen Gemeinde im Wulkatal bestand. 

Den Inhalten auf der Homepage nach dürfte es sich bei den Tätern um eine internationale, religiös-motivierte Hacker-Gruppe handeln. So seien laut Gutleben etwa Nachrichten wie „ISIS is not Islam“ sowie Texten, welche die Politik der USA und Europas kritisieren, veröffentlicht worden.

Kein Schaden entstanden

„Selbstverständlich ist ein Angriff auf eine öffentliche Einrichtung beunruhigender als vergleichbare Vorfälle“, führt Gutleben gegenüber der BVZ aus, „wichtig ist jedoch, dass kein Schaden entstanden ist, außer dem Aufwand der damit verbunden ist, die Sicherheitslücken zu schließen und die Seite wieder online zu stellen.“ Auch seien auf der Seite keine sensiblen Daten gespeichert, die nun in falsche Hände geraten könnten.

Der Vize-Bürgermeister im Ort ist gleich aus doppelter Hinsicht beim Hackerangriff auf den Zemendorfer Server involviert, sowohl von politischer, als auch von beruflicher Seite: Als zuständiger Polizist ist er auch als Exekutivbeamter mit dem Fall betraut.

Gerade im Bereich der Online-Kriminalität erweckt die Statistik alles andere als Zuversicht bezüglich der Tätersuche: Meist führt die Spur, die Hacker bei ihrem Angriff hinterlassen, über den gesamten Globus. „Man landet schnell in Russland oder Ozeanien“, erkärt der Polizeibeamte die Schwierigkeiten bei der Aufklärung.

Sicherheitslücke im System

Es kann davon ausgegangen werden, dass das IT-Unternehmen aus Stöttera Opfer einer Sicherheitslücke wurde. Bis Redaktionsschluss war die Homepage des Unternehmens, im Gegensatz zu jener der Gemeinde, noch nicht wieder im Netz.

Auch telefonisch war bis Redaktionsschluss niemand für Nachfragen der BVZ erreichbar.