Erstellt am 14. September 2011, 00:00

Integration: Die Caritas setzt bei der Jugend an. WARTEN AUF „GRÜNES LICHT“ / Integrationsprojekt für Mattersburg liegt beim Ministerium auf. Was fehlt, ist die Förderzusage.

Projektinitiator Günther Kroiss: „„Integration kann nur über die Kinder- und Jugendschiene laufen.RICHARD VOGLER  |  NOEN
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VON RICHARD VOGLER

MATTERSBURG / Jene Nachricht, wonach eine Frau mit Kopftuch in der ehemaligen Disco Phönix Interesse bekundet hat, ein Islam-Zentrum zu errichten, warf das Thema Integration in Mattersburg wieder auf. SPÖ-Bürgermeisterin Ingrid Salamon hält fest, dass „das besagte Areal auf einem so genannten Betriebsansiedlungsgebiet steht. Das heißt, es ist für Firmen und Betriebe gedacht. Wenn es für private oder andere Zwecke genutzt werden soll, so muss bei der Gemeinde eine Umwidmung beantragt werden. Das ist bisher nicht geschehen. Solange diese Umwidmung nicht erfolgt ist, darf auf besagtem Areal kein religiöses Zentrum entstehen“, so Salamon, die weiter ausführt: „Sollte jemand die Absicht haben, ein religiöses Zentrum zu errichten, dann werden wir uns alle ’Für und Wider‘ genau ansehen und mit allen Betroffenen, Betreibern und Anrainern reden. Mit der Stadtgemeinde hat diesbezüglich aber noch niemand das Gespräch gesucht.“

Projekt sind bereits beim  Innenministerium eingereicht

Bei der Caritas macht man sich schon länger Gedanken über Integration und ein Projekt ist bereits im Laufen. „Integration kann nur über die Kinder- und Jugendschiene laufen. 50-Jährige kann man nicht mehr integrieren“, hält Günther Kroiss, Leiter der Young Caritas, fest. Das Projekt wurde beim Innenministerium bereits eingereicht und man wartet noch auf Rückmeldung. Was im Konkreten geschehen soll? „Das Ganze basiert auf mehreren Säulen. Wir werden in Schulen präsent sein und versuchen, Konflikte zu deeskalieren. Weiters sind runde Tische geplant. Dabei sein sollen Personen mit Migrationshintergrund sowie Personen an Schlüssellstellen in Mattersburg wie Schuldirektoren, Leiter von Behörden oder Bürgermeisterin Ingrid Salamon. Dann wird man sehen, welche Aktivitäten man braucht“, erläutert der Mattersburger Pfarrer.

Bei der letzten Säule kommt der Verein 2getthere ins Spiel. „Wir werden mit dem Verein Kinder und Jugendliche mit Migrationhintergrund im außerschulischen Bereich betreuen und begleiten“.

Wann man in medias res gehen wird, steht noch nicht fest. „Das ist eine Frage der Genehmigung, natürlich wollen wir so schnell wie möglich damit anfangen.“ Auf die Frage zum Islamzentrum in Mattersburg lacht Kroiss nur und sagt: „Wenn das Islamzentrum so gut besucht ist wie die Gottesdienste in Mattersburg, braucht sich niemand zu fürchten.“

Ein zweites Integrationsprojekt, das in Planung ist, ist jenes von Wilma Fischer. Da das Migrantinnenprojekt von „Die Tür“ nicht mehr finanzierbar war, gibt es laut Fischer in dieser Richtung Handlungsbedarf. Sie will ein Integrationszentrum in Mattersburg errichten und hat mit dem Integrationsstaatssekretariat bereits Kontakt aufgenommen (die BVZ berichtete bereits in der Vorwoche). „Ich habe einige Anrufe bekommen und wurde mit dem Islam-Zentrum in Verbindung gebracht. Ich habe nicht vor, ein Islamzentrum zu machen, ich plane lediglich ein Integrationsprojekt. Ich habe andere Interessen, als ein Gebetshaus zu errichten.“