Erstellt am 11. März 2015, 08:55

von NÖN Redaktion

Viren-Lieferung "frei Haus". Ein Burgenländer lud einen "Trojaner" runter, wodurch virenverseuchte Mails an seine Kontakte versandt wurden.

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Ein kurzer Kontrollblick in den Email-Eingang, und da blinkt die neue Benachrichtigung auf: Eine Paketlieferung von DHL bzw. UPS soll angeblich bevorstehen. Öffnet man die E-Mail, wird man zum Klick auf eine externe Website aufgefordert.

Mit einem Klick "Trojaner" heruntergeladen

Eine solche Nachricht erhielt vor kurzem auch ein Mann aus dem Burgenland: Als er den Link anklickte, landete er auf einer Website, welche nichts mit den Transportunternehmen DHL bzw. UPS zu tun hatte: Nun sollte er eine sogenannte „ZIP-Datei“ mit einem einfachen Klick auf seinen Computer herunterladen. Gesagt, getan, und schon nahm das Unheil seinen Lauf: Denn das Einzige, das tatsächlich mit der Installation geliefert wurde, war ein Computervirus - nämlich ein „Trojaner“.

Dies ist eine Schadsoftware, welche es Kriminellen ermöglicht, den infizierten Computer in verschiedenster Weise zu missbrauchen: So können etwa die Kontaktadressen des Opfers verwendet und auch an diese virenverseuchten Nachrichten übermittelt werden - was in diesem Fall auch geschehen ist. Ein entstandener Schaden für den Burgenländer ist glücklicherweise nicht bekannt, der Mann wandte sich dennoch an eine Rechtsanwaltskanzlei mit Fragen betreffend Schadenersatzforderungen.

Sonja Wurz, Spezialistin in Sachen Internet-Kriminalität, zum Fall: „Aus rechtlicher Sicht ist derzeit fraglich, ob das Opfer selbst anderen, die dadurch in weiterer Folge einen Virus erhalten haben, auf Schadenersatz haftet: Es wird dabei jedenfalls zu unterscheiden sein, ob die verseuchte E-Mail von der Adresse eines Unternehmens oder einer Privatperson stammt“, erläutert die Juristin, um weiter auszuführen: „Während für Unternehmer grundsätzlich höhere Sorgfaltsmaßstäbe gelten, wird bei Privaten aus heutiger Sicht wohl nur bei einem besonders leichtfertigen Verstoß gegen Sicherheitsgebote eine mögliche Haftung angenommen werden können.“


Tipps vom Juristen

  • Wie kann man erkennen, ob eine E-Mail mit einem Virus verseucht ist? Die Nachricht stammt nicht vom angeblichen Absender, sondern von einem privaten E-Mail-Konto. Der Empfänger wird überhaupt nicht bzw. nur unpersönlich angesprochen. Die aufgerufene externe Website steht in keiner Verbindung zur ursprünglichen. Erkennbar ist dies an der Domain in der Adressleiste.

  • Was ist zu tun, wenn man dennoch in die Falle getappt ist? Den Rechner außer Betrieb nehmen und von einem anderen Computer aus Zugangsdaten und Passwörter ändern.