Erstellt am 01. Februar 2012, 00:00

Jugend betreibt Lokal: Savio statt „Havanna“. NEUES KAFFEEHAUS / Das Sozialprojekt von Pfarrer Günther Kroiss in der ehemaligen Havanna Bar ist fix. Eröffnung: 9. Februar.

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VON RICHARD VOGLER

MATTERSBURG / Die Idee gibt es schon länger, seit vergangener Woche ist es beschlossene Sache: Jugendliche werden die ehemalige Havanna Bar betreiben. Die ungewöhnliche Konstellation hat der Mattersburger Stadtpfarrer Günther Kroiss initiiert.

Trägerorganisation ist der  Verein „2getthere“

 

„Die Jugendlichen sollen sich alles selber organisieren. Die Erwachsenen werden im Hintergrund sein. Trägerorganisation ist das ‚2getthere‘, das Lokal läuft über einen Schwesternverein, der noch gegründet wird“, so Kroiss, der die Grundgedanken des Projektes ausführt: „Jugendlichen, die im ’2getthere’ sind, soll die Möglichkeit gegeben werden, Erfahrungen im Arbeitsleben zu sammeln und sozialpädagogisch betreut zu werden. Die Erwachsenen halten sich im Hintergrund. Es könnte zum Beispiel sein, dass Schüler des Polytechnikums, die noch keinen Job haben, zwei Tage pro Woche erste Arbeitserfahrungen im Lokal machen und an zwei anderen Tage im Jugendzentrum.“

Ein weiterer Aspekt ist, dass Fair-Trade Produkte verwendet werden und somit auch Bewusstseinsbildung für Gerechtigkeit erfolgen soll. Jedoch auch die Zahlen müssen passen. „Es läuft einmal als Projekt auf ein halbes Jahr. Im Juli ziehen wir Bilanz, dann schauen wir weiter“, so Kroiss. Das Kernteam steht bereits: Christian Sam und Michael Wilfing (beide 19) und der 22-jährige Gerald Pastler werden das „Cafe Savio“ – so der neue Name – „schupfen“. Beide Erstgenannten kommen aus dem Fach. Pastler ist gelernter Koch und seit acht Jahren im Gastgewerbe. Sam ist 19 Jahre jung, die Zeit, die er in das Savio investiert, wird in den ersten Monaten noch eingeschränkt sein. Im kommenden Jahr maturiert er am Neusiedler Pannoneum, er ist jedoch bereits einer von elf „Jungbarkeepern Österreichs“. Wilfing absolvierte vergangenen Sommer die HAK-Matura und wird sich vor allem um die wirtschaftlichen Belange kümmern.

Keine baulichen  Veränderungen

Warum der Name „Savio“ gewählt wurde? „Er passte einfach. Savio ist der Patron der kahtolischen Jungschar und der Ministranten“, so Kroiss. Große Investitionen müssen nicht getätigt werden. „Baulich muss nichts verändert werden, es wird nur etwas umdekoriert“, erläutert Christian Sam. Mit dem neuen Namen wird es auch neue Öffnungszeiten geben. Donnerstag und Freitag ab 9 Uhr, Samstag und Sonntag ab 14 Uhr. Und – was Nachtschwärmger gefallen wird: Das Cafe wird bis in die Nacht hinein, wie einst die „Havanna“-Bar, geöffnet haben.