Erstellt am 10. April 2013, 00:00

Kairo: Sieben Jahre Haft - Berufung. Hartes Urteil / Der Bad Sauerbrunner Hannes F. bekam vor kurzem eine saftige Gefängnisstrafe aufgebrummt. Er kämpft jetzt dagegen an.

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Von Helga Ostermayer

BAD SAUERBRUNN / In Kairo wurde am 25. März der Bad Sauerbrunner Hannes F. zu sieben Jahren Haft verurteilt. Ihm wird die illegale Einfuhr von Waffen vorgeworfen. Der Anwalt des 33-Jährigen geht jetzt in Berufung, die rechtlichen Schritte wurden schon eingeleitet. Der Inhaftierte hofft nun auf die Unterstützung der österreichischen Regierung. Dem Häftling und seinem Rechtsvertreter wurden 30 Tage Bedenkzeit eingeräumt.

„Das Urteil wurde nur ganz ohne Kommentar verlesen. Das ägyptische Gericht hat für einen Kommentar 30 Tage Zeit. Mein Sohn und sein Anwalt haben dann zehn Tage Zeit, um Berufung einzulegen. Meiner Ansicht nach stehen die Chancen jedoch schlecht, denn es geht in diesen Ländern auch um Gesichtsverlust“, zeigt sich die Mutter pessimistisch.

„In seinen Briefen gibt sich Hannes durchaus kämpferisch und ist sehr besorgt um mich und seinen kranken Vater. Das ist wirklich paradox“, berichtet die Frau, die zum Prozeß nach Kairo fliegen wollte, aber vom österreichischen Konsul dringend gebeten wurde, es aus Sicherheitsgründen nicht zu tun.

Botschafter versorgt Häftling mit Wasser 

Die ägyptische Botschaft versorgt Hannes F. bei Haftbesuchen mit Frischlebensmitteln und sauberem Trinkwasser. Außerdem schickt die Familie allmonatlich mindestens 30 Kilogramm Haltbarlebensmittel für den Inhaftierten an die Botschaft. Ein evangelischer Priester kommt ebenfalls regelmäßig zu Besuch in das ägyptische Gefängnis, in dem sich der Bad Sauerbrunner seit eineinhalb Jahren eine Großraumzelle mit 70 Mitgefangenen teilt. „Mein Sohn und der Geistliche sind Schikanen ausgesetzt, weil sie Christen sind“, berichtet die Mutter.

Zur Vorgeschichte: Am 2. November 2011 war Hannes F. wegen eines Auftrages zur Bewachung eines Schiffstransports nach Ägypten gereist. Mit im Gepäck führte er vier deklarierte Gewehre und 200 Schuss Munition. Das wurde dem Bad Sauerbrunner zum Verhängnis. Noch am Flughafen klickten für ihn die Handschellen. Seither befand er sich in Untersuchungshaft.

Berufung. Hannes F. wird gegen das Urteil in Berufung gehen. Für ihn klickten im November 2011 in Kairo die Handschellen. Vorgeworfen wird ihm die illegale Einfuhr von Waffen.zVg