Erstellt am 28. August 2013, 00:00

Kairo: Versorgung ist eine Katastrophe. Nichts zu essen / Hannes Führinger sitzt seit November 2011 in einem Gefängnis in Ägypten. Durch die Unruhen sind Lebensmitteln rar.

Inhaftiert. Hannes Führinger (33) sitzt seit November 2011 in Ägyptenim Gefängnis. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände haben seine Lage noch verschlimmert. Foto: Privat  |  NOEN, privat
Von Helga Ostermayer

Nichts zu essen / Seit Ende 2011 sitzt Hannes Führinger (33) wegen Waffenschmuggels und illegalem Waffenbesitzes in Ägypten in Haft. Im Frühjahr wurde ihm der Prozess gemacht. Der Burgenländer fasste sieben Jahre Gefängnis aus.

Der Ende März in Kairo zu sieben Jahren Haft verurteilte Bad Sauerbrunner gab an, die Waffen zum Schutz von Frachtern im Golf von Aden ins Land gebracht zu haben, fand aber mit seinen Argumenten kein Gehör.

„Durch die Unruhen ist die Versorgung im Gefängnis katastrophal, mein Sohn hat nichts zu essen“, klagt Mutter Marlies Führinger, die sich von der Österreichischen Botschaft in Ägypten mehr Engagement für ihn erwarten würde.

Anwalt gekündigt, Hoffen auf Überstellung nach Österreich

Und erzählt weiter ihren Leidensweg: „Wir waren der Meinung, dass sein Anwalt nach der Urteilsverkündung Einspruch erheben wird, aber nichts ist geschehen. Meine Schwiegertochter hat ihn gekündigt, weil sie glaubt, dass er ihrem Mann schadet. Auch der Österreichischen Botschaft war es bis jetzt nicht möglich, Einsicht in die Akten zu nehmen.“

Ein weiterer Anwalt aus Ägypten wurde engagiert, der, laut der Mutter, 4.500 Euro verlangte, die er auch von der Familie bekam. Als er weitere 15.000 Euro forderte, ohne nachweislich was für Hannes Führinger getan zu haben, verweigerte die Familie die Zahlung, worauf er sein Mandat zurücklegte.

„Heute habe ich erfahren, dass das Urteil rechtskräftig ist“, sagt Marlies Führinger. „Vielleicht hat er jetzt die Chance, dass er seine Strafe in Österreich absitzen kann, wenn die Botschaft hier mithilft.“