Erstellt am 26. September 2012, 00:00

Kein Nachfolger für den Bahnhofswirt. Gerdenitsch in Pension / Vergangenen Freitag hatte „Motz“ Gerdenitsch zum letzten Mal sein Bahnhofsrestaurant geöffnet.

Beliebter Wirt. Ein Nachfolger für Matthias Gerdenitsch ist schwer zu finden.  |  NOEN
Von Richard Vogler

MATTERSBURG | Es war eines der letzten wenigen alteingesessenen Wirtshäuser in Mattersburg: Das Bahnhofsrestaurant von Matthias und Maria Gerdenitsch. Bereits vergangenes Jahr kündigte er an, in Pension zu gehen. Vergangenen Freitag hatte der Rohrbacher zum letzten Mal geöffnet.

Freibier für die treuen Stammkunden

Der letzte Tag wurde mit Freibier gefeiert. „Es war ein kleines Dankeschön an meine treuen Stammkunden“, so „Motz“ Gerdenitsch. Die Infrastruktur für einen Nachmieter (das Gebäude steht im Besitz der Österreichischen Bundesbahnen und wurde an Gerdenitsch vermietet). Anfang Juli hielt die ÖBB auf Anfrage der BVZ fest, dass man auf der Suche nach einem neuen Wirten sei. Die Suche ist auch zwei Monate danach noch nicht erfolgreich gewesen. „Derzeit gibt es noch keinen Nachfolger. Wir sind aber natürlich daran interessiert und führen weiter Gespräche hinsichtlich einer weiteren Nutzung“, berichtet Christopher Seif, Pressesprecher der ÖBB. Warum es sehr schwer ist, einen Nachfolger zu finden, liegt an folgendem Grund: Die Auflagen der Bezirkshauptmannschaft - der Pächter müsste einiges in das Wirtshaus investieren.

Teil der Wirtshauskultur geht verloren

Mit dem Ende des Bahnhofsrestaurants geht ein großer Teil der Mattersburger Wirtshauskultur verloren. Dort gab es noch die Stammtischrunden, die sich die Bummerl asschnapsten. Ludmilla Gerdenitsch eröffnete 1932 das Wirtshaus, Sohn Matthias führte es gemeinsam ab Mitte der 70er-Jahre. Etwas Wehmut klingt bei Gerdenitsch schon durch, dennoch: „Ich bin 66 Jahre alt, jetzt werde ich meine Pension genießen.“